Das von der US-Notenbank Federal Reserve bevorzugte Preismaß für die Grundinflation hat sich im August weiter beruhigt und die Zuversicht der Geldpolitiker gestärkt, dass sich der Preisauftrieb nachhaltig dem 2-Prozent-Ziel nähert. Wie das Büro für Wirtschaftsanalyse (BEA) des US-Handelsministeriums am Freitag mitteilte, stieg der Kernpreisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) – bereinigt um schwankungsanfällige Lebensmittel- und Energiepreise – im Monatsvergleich um lediglich 0,1 Prozent.

Im Jahresvergleich verharrte die Kernrate im August bei 2,7 Prozent und lag damit auf dem revidierten Niveau des Vormonats. Die Gesamtrate der PCE-Inflation stieg im Monatsvergleich ebenfalls um 0,1 Prozent, wodurch die 12-Monats-Gesamtinflationsrate von 2,5 Prozent im Juli auf 2,2 Prozent sank. Dies ist der niedrigste Wert für die Gesamtrate seit Februar 2021 und bringt die Teuerung in unmittelbare Reichweite der Fed-Zielmarke.

Breiter Preisrückgang Festigt Trend zu Niedriger Inflation

Der Bericht verdeutlicht eine willkommene Abschwächung der Preisdynamik bei lange Zeit hartnäckigen Dienstleistungen, insbesondere im Bereich Wohnungsmieten und Unterkünfte. Die Preise für langlebige Konsumgüter gaben weiter nach, während die Energiekosten im Monatsvergleich um 0,8 Prozent sanken, was den gesunkenen Rohölpreisen an den Weltmärkten geschuldet war.

Gleichzeitig erwiesen sich die US-Verbraucher als verlässliche Stütze der Gesamtwirtschaft: Die persönlichen Einkommen stiegen um 0,2 Prozent, und die Konsumausgaben legten um 0,2 Prozent zu. Dieses Zusammenspiel aus nachlassender Inflation und stabiler Konsumlaune stärkt die Hoffnung auf eine 'weiche Landung' (Soft Landing) der US-Wirtschaft ohne schwere Rezession oder sprunghaften Anstieg der Arbeitslosigkeit.

“Die Daten zeigen erfreuliche Fortschritte in Richtung unseres Mandats der Preisstabilität. Die Disinflation ist breit aufgestellt und rechtfertigt unsere geldpolitische Neuausrichtung.”

Widerstandsfähige Konjunktur und Zinssenkungsausblick

An den New Yorker Börsen stiegen die Leitindizes nach Bekanntgabe der Daten, während die Renditen für US-Staatsanleihen leicht nachgaben. Das CME FedWatch Tool zeigte, dass Anleger an den Terminmärkten eine weitere Leitzinssenkung auf der nächsten Notenbanksitzung im November mit annähernd hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit einpreisen.

Notenbankchef Jerome Powell hatte den Zinswende-Zyklus zuvor mit einem kräftigen Zinsschritt von 50 Basispunkten eingeleitet und betont, man wolle die Stärke des Arbeitsmarktes sichern. Angesichts der anhaltenden Beruhigung an der Preisfront verfügen die Währungshüter über reichlich Spielraum, um die Kreditkosten in den kommenden Monaten schrittweise weiter zu senken.

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