Kris Kristofferson, der herausragende amerikanische Singer-Songwriter und markante Charakterdarsteller, dessen tiefgründige, literarische Kompositionen die traditionelle Country-Musik mit der Poesie der Gegenkultur verbanden, ist am Samstag im Kreis seiner Familie friedlich in seinem Haus auf der hawaiianischen Insel Maui gestorben. Er wurde 88 Jahre alt. Seine Familie bestätigte seinen Tod am Sonntag in einer offiziellen Mitteilung.
Geboren am 22. Juni 1936 im texanischen Brownsville, schlug Kristofferson einen außergewöhnlichen Lebensweg ein. Nach einem Literaturabschluss am Pomona College und dem Studium von William Blake an der Universität Oxford als angesehener Rhodes-Stipendiat wurde er US-Army-Ranger und Hubschrauberpilot im Rang eines Hauptmanns. 1965 lehnte er eine Dozentenstelle an der Militärakademie West Point ab und zog nach Nashville, wo er als Hausmeister in den Columbia Recording Studios Böden fegte, um seinen musikalischen Vorbildern nahe zu sein.
Vom Oxford-Stipendiaten und Armee-Hauptmann zum literarischen Rebellen von Nashville
Der Durchbruch gelang ihm, als Johnny Cash – beeindruckt davon, dass Kristofferson einst mit einem Hubschrauber der Nationalgarde in Cashs Vorgarten gelandet war, um ein Demoband abzugeben – den Titel ‚Sunday Mornin' Comin' Down‘ aufnahm, was Kristofferson 1970 die Auszeichnung als Songwriter des Jahres der Country Music Association einbrachte. Kurz darauf stürmte Janis Joplins posthume Aufnahme seiner Ballade ‚Me and Bobby McGee‘ an die Spitze der US-Charts, während ‚Help Me Make It Through the Night‘ mit dem Grammy ausgezeichnet wurde.
Indem er Einsamkeit, Verletzlichkeit und emotionale Offenheit in das konservative Nashville trug, wurde Kristofferson zu einem Wegbereiter der „Outlaw Country“-Bewegung. 1985 schloss er sich mit Johnny Cash, Waylon Jennings und Willie Nelson zur legendären Supergroup The Highwaymen zusammen und wurde später sowohl in die Country Music Hall of Fame als auch in die Songwriters Hall of Fame aufgenommen.
“Kris Kristofferson brachte eine unvergleichliche poetische Ehrlichkeit in das amerikanische Songwriting, veränderte die Erzählkunst in Nashville für immer und inspirierte Generationen von Künstlern über alle Genres hinweg.”
Charakterdarsteller in Hollywood und musikalisches Erbe mit The Highwaymen
Parallel zu seinen musikalischen Erfolgen feierte Kristofferson über vier Jahrzehnte hinweg große Erfolge im Kino. Er spielte Hauptrollen in Sam Peckinpahs Western ‚Pat Garrett jagt Billy the Kid‘ (1973), Martin Scorseses ‚Alice lebt hier nicht mehr‘ (1974) und Michael Ciminos ‚Heaven's Gate‘ (1980) und gewann 1976 für seine Rolle an der Seite von Barbra Streisand in ‚A Star Is Born‘ den Golden Globe als bester Hauptdarsteller.
Einem jüngeren Kinopublikum wurde er als Abraham Whistler bekannt, dem unbeugsamen Mentor und Waffenschmied an der Seite von Wesley Snipes in der Marvel-Filmtrilogie ‚Blade‘. Kristofferson, der 2014 den Grammy für sein Lebenswerk erhielt, hinterlässt seine Ehefrau Lisa Meyers, mit der er 41 Jahre verheiratet war, sowie acht Kinder und sieben Enkelkinder.




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