Der britische Außenminister David Lammy hat eine dringende Aufforderung an alle noch im Libanon befindlichen Staatsbürger des Vereinigten Königreichs gerichtet, das Land nach einer deutlichen Eskalation der Luftangriffe auf die südlichen Vororte von Beirut und den Südlibanon unverzüglich zu verlassen. In enger Abstimmung mit dem nationalen Sicherheitsteam von Premierminister Keir Starmer bestätigte das Foreign, Commonwealth & Development Office (FCDO), dass es zusätzliche Sitzplätze bei kommerziellen Fluggesellschaften ab dem internationalen Flughafen Beirut-Rafic Hariri bucht, um schutzbedürftigen Briten und ihren Angehörigen eine sichere Ausreise zu ermöglichen.
Nach Schätzungen aus Whitehall halten sich trotz monatelanger offizieller Reisewarnungen noch immer zwischen 4.000 und 6.000 britische Staatsbürger und Doppelstaatler im Libanon auf. Regierungsvertreter betonten, dass kommerzielle Linienflüge weiterhin der schnellste und zuverlässigste Weg aus Beirut seien, warnten jedoch davor, dass der Flugbetrieb bei einer weiteren Verschärfung der Kämpfe jederzeit kurzfristig eingestellt werden könne.
Militärische Bereitstellung auf Zypern und konsularische Mobilisierung
Zur Unterstützung der diplomatischen und konsularischen Teams vor Ort hat das britische Verteidigungsministerium rund 700 Soldaten auf den Luftwaffenstützpunkt RAF Akrotiri auf Zypern verlegt. Das Kontingent umfasst Transportflugzeuge vom Typ C-17 Globemaster und A400M Atlas der Royal Air Force, Chinook-Hubschrauber sowie amphibische Unterstützungsschiffe der Royal Navy, die im Falle einer Schließung des Flughafens Beirut eine umfassende Evakuierungsoperation durchführen können.
Beamte der Grenzschutzbehörde Border Force und konsularische Krisenexperten wurden ebenfalls in das östliche Mittelmeer entsandt, um Reisedokumente auszustellen, Familien mit Kleinkindern oder medizinischem Bedarf zu betreuen und die Aufnahmelogistik mit den zyprischen Behörden abzustimmen. Lammy appellierte an alle britischen Staatsbürger, sich umgehend im Online-Krisenportal des FCDO zu registrieren, um direkte Buchungsinformationen und Notfallwarnungen zu erhalten.
“Die Lage im Libanon ist äußerst instabil und kann sich jederzeit rapide verschlechtern. Meine Botschaft an britische Staatsbürger ist eindeutig: Wenn Sie im Libanon sind, müssen Sie das Land jetzt verlassen, solange kommerzielle Reisemöglichkeiten bestehen.”
Diplomatischer Vorstoß für eine Waffenruhe bei den Vereinten Nationen
Parallel zu den konsularischen Notfallvorbereitungen stehen Premierminister Keir Starmer und Außenminister Lammy nach den hochrangigen Gesprächen bei der UN-Generalversammlung in New York in engem Kontakt mit ihren Amtskollegen in Washington, Paris und den Hauptstädten des Nahen Ostens. London unterstützt weiterhin eine internationale Initiative für eine sofortige befristete Waffenruhe entlang der Blauen Linie, um Raum für eine dauerhafte diplomatische Lösung auf Grundlage der UN-Sicherheitsratsresolution 1701 zu schaffen.
Verteidigungsexperten weisen darauf hin, dass sich die aktuelle britische Planung an den Erfahrungen der Libanon-Evakuierung von 2006 orientiert, als Kriegsschiffe der Royal Navy mehr als 4.500 Menschen aus dem Hafen von Beirut in Sicherheit brachten. Während Whitehall hofft, dass der Großteil der Ausreisen in den kommenden Tagen über den zivilen Luftverkehr abgewickelt werden kann, bleiben die Luft- undoz-Seebrücken auf Zypern rund um die Uhr in höchster Bereitschaft.




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