Chinesische Aktien haben am Freitag ihre stärkste Handelswoche seit fast 16 Jahren abgeschlossen: Der Festland-Leitindex CSI 300 schoss auf Wochensicht um 15,7 Prozent nach oben – der größte prozentuale Wochengewinn seit November 2008 –, nachdem internationale institutionelle Investoren und heimische Privatanleger infolge des großangelegten Konjunkturpakets aus Peking massiv in unterbewertete Aktien zurückkehrten.

Der Kaufrausch war während der Freitagvormittagssitzung so heftig, dass die Order-Routing-Server der Börse Shanghai rund eine Stunde lang ungewöhnliche Verzögerungen bei der Bestätigung und Stornierung von Handelsaufträgen aufwiesen. Trotz des Engpasses in Shanghai überstieg der gemeinsame Tagesumsatz an den Börsen in Shanghai und Shenzhen 1,45 Billionen Yuan (207 Milliarden US-Dollar), während der Shenzhen Component Index allein am Freitag um 6,7 Prozent zulegte.

Historische Handelsumsätze bringen Orderverarbeitung in Shanghai an die Grenze

In Hongkong kletterte der Leitindex Hang Seng am Freitag um 3,6 Prozent und beendete die Woche mit einem Plus von 13 Prozent – dem besten Wochenergebnis seit 1998 –, wobei das tägliche Aktienhandelsvolumen an der Börse Hongkong ein Allzeithoch von 445 Milliarden Hongkong-Dollar (57,2 Milliarden US-Dollar) erreichte.

Ausgelöst wurde das Kursfeuerwerk am Dienstag, als der Gouverneur der Chinesischen Volksbank (PBOC), Pan Gongsheng, eine Senkung der Mindestreservesätze der Banken um 50 Basispunkte, niedrigere Leitzinsen und Hypothekenzinsen sowie neue Zentralbank-Liquiditätsfazilitäten im Umfang von 800 Milliarden Yuan speziell für Aktienrückkäufe und institutionelle Aktienkäufe verkündete.

“Die koordinierte geldpolitische Lockerung und das fiskalische Bekenntnis des Politbüros haben eine entschlossene Neubewertung chinesischer Aktien ausgelöst und Rekordumsätze in Shanghai, Shenzhen und Hongkong freigesetzt.”

Koordinierte Geld- und Fiskalpolitik löst globale Umschichtung aus

Am Donnerstag gewann die Aufwärtsbewegung weiter an Dynamik, nachdem Staatspräsident Xi Jinping eine außerplanmäßige Wirtschaftssitzung des 24-köpfigen Politbüros der Kommunistischen Partei geleitet hatte, bei der kräftige Fiskalausgaben, Staatsanleiheemissionen und direkte Maßnahmen zur Stabilisierung des Wohnimmobilienmarktes zugesagt wurden.

Europäische Luxusgüterkonzerne, Industriemetalle wie Kupfer und Eisenerz sowie Schwellenländer-ETFs zogen im Gleichschritt mit chinesischen Aktien kräftig an, da Hedgefonds vor der einwöchigen „Golden Week“-Feiertagspause in China eilig ihre Short-Positionen glattstellten.

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