Die Gewinne der großen chinesischen Industrieunternehmen sind im August gegenüber dem Vorjahresmonat um 17,8 Prozent eingebrochen. Wie aus den am Freitag veröffentlichten Daten des Nationalen Statistikamts (NBS) hervorgeht, handelt es sich um den stärksten monatlichen Rückgang des laufenden Jahres – ein Befund, der den massiven Handlungsdruck hinter Pekings jüngstem Konjunkturpaket unterstreicht.
Der drastische Einbruch im August machte den im Juli verzeichneten Gewinnanstieg von 4,1 Prozent zunichte und drückte das kumulierte Gewinnwachstum der ersten acht Monate des Jahres auf magere 0,5 Prozent – insgesamt 4,65 Billionen Yuan (663 Milliarden US-Dollar) –, nachdem von Januar bis Juli noch ein Zuwachs von 3,6 Prozent zu Buche gestanden hatte.
Erzeugerpreisdeflation und Konsumflaute setzen Schwerindustrie unter Druck
NBS-Statistiker Yu Weining führte den Rückschlag auf eine unzureichende Binnennachfrage, anhaltend sinkende Erzeugerpreise, extreme Sommerhitze und Überschwemmungen in wichtigen Industrieprovinzen sowie auf einen hohen Basiseffekt aus dem Vorjahresmonat zurück. Chinas Erzeugerpreisindex (PPI) fiel im August im Jahresvergleich um 1,8 Prozent und setzte damit die fast zweijährige Werkstordeflation fort.
Die Branchenaufschlüsselung zeigte empfindliche Einbußen bei Grundstoffen und baunahen Sektoren, die unter der anhaltenden Immobilienkrise leiden, darunter die Eisen- und Stahlverhüttung, mineralische Baustoffe und der Kohlebergbau. Zudem drückten harte Preiskämpfe auf dem Inlandsmarkt die Margen von Automobilherstellern und Produzenten von Solaranlagen.
“Eine unzureichende effektive Binnennachfrage und komplexe externe Gegenwinde belasteten im August die Erträge der Industrieunternehmen und erfordern eine beschleunigte Umsetzung makroökonomischer Unterstützungsmaßnahmen.”
Widerstandsfähiger Hightech-Sektor und Ruf nach raschen Fiskalimpulsen
Trotz der allgemeinen Abkühlung erwies sich die Hightech-Fertigung weiterhin als Lichtblick: In den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Elektronik, Halbleiterausrüstung und intelligente Konsumgüter stiegen die Gewinne in den ersten acht Monaten um 10,9 Prozent, gestützt durch Exportaufträge und staatliche Modernisierungsprogramme.
Ökonomen betonten, dass die ernüchternden August-Zahlen die außerordentliche Dringlichkeit erklären, mit der die Chinesische Volksbank und das Politbüro der Kommunistischen Partei in dieser Woche Zinssenkungen, Sonderstaatsanleihen und Konsumprämien beschlossen haben, um das Wachstumsziel von „rund 5 Prozent“ für das Gesamtjahr zu verteidigen.




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