Der US-Haushaltswaren- und Möbeldiscounter Big Lots hat an diesem Wochenende die nächste Phase seiner Sanierung nach Chapter 11 eingeleitet, nachdem das zuständige US-Insolvenzgericht im Bundesstaat Delaware den Zugriff auf weitere Tranchen der 707,5 Millionen US-Dollar schweren Massekreditlinie (Debtor-in-Possession, DIP) sowie die Kündigung gewerblicher Mietverträge für Dutzende weitere unrentable Standorte genehmigt hat.
Die vor 57 Jahren gegründete Handelskette mit Hauptsitz in Columbus, Ohio, hatte Anfang des Monats freiwillig Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt und zugleich einen sogenannten Stalking-Horse-Kaufvertrag mit der Beteiligungsgesellschaft Nexus Capital Management vorgelegt. Im Rahmen des gerichtlich überwachten Verkaufsprozesses will Nexus Capital den Großteil des laufenden Geschäftsbetriebs und das profitable Kernfilialnetz übernehmen, sofern bis zum Auktionsstichtag kein höheres Gebot eingeht.
Überbrückungsliquidität und Übernahmeangebot von Nexus Capital
Jüngsten Gerichtsdokumenten zufolge hat Big Lots sein Programm zur Filialnetzbereinigung auf landesweit fast 500 Standorte ausgeweitet – das entspricht rund einem Drittel der 1.389 Märkte, die das Unternehmen zu Beginn des Geschäftsjahres betrieb. Die meisten Mietvertragskündigungen entfallen auf Kalifornien, Florida, Texas, Arizona und Washington, während Immobilienberater mit Vermietern über Mietnachlässe verhandeln.
Branchenanalysten führen die finanzielle Schieflage von Big Lots auf ein Zusammenspiel makroökonomischer Belastungen nach der Pandemie zurück. Hohe Hypothekenzinsen und anhaltende Inflation dämpften die Konsumausgaben von Haushalten mit niedrigem und mittlerem Einkommen für größere Anschaffungen wie Möbel, Matratzen und Gartenausstattung erheblich, während der scharfe Wettbewerb durch Walmart, Target und HomeGoods die Kundenfrequenz schmälerte.
“Diese gerichtlichen Genehmigungen verschaffen uns die Liquidität und operative Stabilität, die erforderlich sind, um unser Filialnetz optimal anzupassen und das Unternehmen in ein stärkeres, wettbewerbsfähigeres Discount-Modell zu überführen.”
Mietvertragsbereinigung und wirtschaftlicher Druck auf den Möbel-Discountmarkt
Trotz der laufenden Räumungsverkäufe an den zur Schließung vorgesehenen Standorten betonte Big Lots, dass das verbleibende Netz profitabler Filialen sowie die Online-Logistikzentren ihren Betrieb uneingeschränkt fortsetzen. Die gerichtlich genehmigte DIP-Finanzierung sichert die pünktliche Bezahlung von Warenlieferanten, Spediteuren und Mitarbeitern.
Das Management plant, das sanierte Unternehmen wieder stärker auf den klassischen Restposten-Einkauf mit hohen Preisnachlässen auszurichten, und strebt an, den Verkauf an Nexus Capital im vierten Quartal 2024 rechtzeitig zum wichtigen Weihnachtsgeschäft abzuschließen.




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