Spanien hat im Zentrum von Madrid seinen Nationalfeiertag (Fiesta Nacional) mit feierlichem Zeremoniell und bemerkenswertem Durchhaltevermögen begangen, als König Felipe VI., Königin Letizia und Kronprinzessin Leonor von Asturien trotz unaufhörlicher Herbstregenfälle die jährliche Militärparade abnahmen. Begleitet auf der Ehrentribüne an der Plaza de Cánovas del Castillo von Ministerpräsident Pedro Sánchez, Verteidigungsministerin Margarita Robles und den Regionalpräsidenten würdigte das Königspaar die Streitkräfte des Landes.

Die 18-jährige Thronfolgerin Prinzessin Leonor zog besondere Aufmerksamkeit auf sich, als sie in der Galauniform einer Seekadettin der Marineschule in Marín (Pontevedra) erschien, wo sie derzeit das zweite Jahr ihrer dreijährigen militärischen Ausbildung absolviert. An der Seite ihres Vaters, der die Uniform des Generalkapitäns der Marine trug, harrte die Prinzessin während des Hissens der Nationalflagge und des Gedenkens an die gefallenen Soldaten im strömenden Regen aus.

Viertausend Soldaten marschieren trotz Absage der Luftparade

Anhaltende Regenbänder über der Iberischen Halbinsel zwangen das Verteidigungsministerium dazu, den Luftteil der Parade abzusagen, an dem 85 Flugzeuge und Hubschrauber sowie der traditionelle Fallschirmsprung mit der spanischen Flagge auf die Plaza de Neptuno teilnehmen sollten. Auch ohne die Kunstflugstaffel Patrulla Águila, die sonst den Himmel in Rot und Gelb färbt, säumten Tausende Bürger mit Regenschirmen und Ponchos den Paseo del Prado, um den Bodentruppen zuzujubeln.

Insgesamt 4.092 Soldatinnen und Soldaten – darunter 473 Frauen – marschierten über die 1,5 Kilometer lange Strecke vom Atocha-Kreisverkehr bis zur Plaza de Colón, begleitet von 117 Militärfahrzeugen, 39 Motorrädern und 210 Pferden. Die Parade stellte insbesondere Einheiten in internationalen Friedensmissionen der Vereinten Nationen, der NATO und der Europäischen Union heraus, wobei Fahnenträger aus der Slowakei, Portugal, Tschechien und Slowenien gemeinsam mit spanischen NATO-Brigaden marschierten.

“Trotz widriger Wetterbedingungen in ganz Madrid zeigten mehr als viertausend Soldatinnen und Soldaten während unserer Ehrung zum Nationalfeiertag vorbildlichen Einsatz und Disziplin.” — Spanisches Verteidigungsministerium

Königlicher Empfang im Palast und Ehrung der Rettungskräfte

Besondere Anerkennung erhielten während des Vorbeimarschs die Militärische Nothilfeeinheit (UME) und Zivilschutzbrigaden, die im vergangenen Jahr schwere Waldbrände und Überschwemmungen bekämpft hatten, sowie spanische Blauhelmsoldaten der UN-Friedenstruppe im Libanon (UNIFIL). Historische Verbände wie die Spanische Legion – begleitet von ihrem Maskottchen, dem Widder Baraka – und die Regulares aus Melilla hielten ihren charakteristischen Marschschritt auch durch knöcheltiefe Pfützen aufrecht.

Nach dem Ende der Militärparade luden König Felipe VI., Königin Letizia und Prinzessin Leonor zum traditionellen Empfang anlässlich der Fiesta Nacional in den Königspalast von Madrid. Mehr als 1.300 Gäste aus Verfassungsorganen, diplomatischem Korps, Wissenschaftsakademien, Kulturinstitutionen und Zivilgesellschaft versammelten sich im Thronsaal zur feierlichen Begrüßung, die eines der wichtigsten gesellschaftlichen Ereignisse im politischen Kalender Spaniens darstellt.

Frequently Asked Questions

Warum wurde die Flugschau während der Parade zum spanischen Nationalfeiertag in Madrid abgesagt?

Starker Regen, eine niedrige Wolkendecke und schlechte Sichtverhältnisse über Madrid zwangen das Verteidigungsministerium aus Sicherheitsgründen zur Absage des Fallschirmsprungs und des Überflugs der Patrulla Águila.

Wie viele Einsatzkräfte nahmen an der Bodenparade teil?

Insgesamt 4.092 Männer und Frauen von Heer, Marine, Luft- und Weltraumwaffe, Guardia Civil, Nationalpolizei und Rettungsdiensten marschierten über den Paseo del Prado.

Sources