Die US-Umweltschutzbehörde EPA hat heute offiziell die bundesweiten Treibhausgas-Emissionsstandards für Kohle- und Erdgaskraftwerke aufgehoben. Die bisherige Regelung verpflichtete Betreiber zur Installation von Technologien zur CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) mit einer Quote von 90 Prozent bis 2032.

Zur Begründung verwies die Behörde auf beispiellose Belastungen der regionalen Verbundnetze, ausgelöst durch den rasanten Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz und neue Halbleiterfabriken.

Netzstabilität und Boomender Strombedarf durch KI

Netzbetreiber wie PJM und MISO hatten zuvor gewarnt, dass die vorzeitige Stilllegung thermischer Kraftwerke ohne marktreife Abscheidetechnik bei extremen Wetterlagen zu flächendeckenden Stromabschaltungen führen würde.

Prognostiziertes US-Strombedarfswachstum (2024–2030)
Verbrauchersektor Basiswert 2024 Prognose 2030 Haupttreiber
KI-Rechenzentren & Cloud 19 GW 48 GW Generative KI-Trainingscluster
Hochtechnologie & Halbleiter 14 GW 26 GW CHIPS Act Fabriken, Batteriewerke
Schwertransport & Flotten 8 GW 18 GW Flottenelektrifizierung und Ladeinfrastruktur
Klassische Haushalte & Gewerbe 380 GW 405 GW Wärmepumpen und Gebäudeumrüstung

Unmittelbare Klagen Angekündigt

Die Entscheidung spaltet die Branche. Während Versorgungsunternehmen Erleichterung über mehr Planungssicherheit äußern, sprechen Klimaschützer von einem fatalen Rückschlag für internationale Klimaziele.

“Die Stromversorgung zu sichern und Amerikas technologische Spitzenposition zu halten, erfordert realistische Rahmenbedingungen im Einklang mit den Ingenieurswirklichkeiten.”

Eine Allianz aus 16 Bundesstaaten und Umweltstiftungen kündigte an, umgehend Eilanträge beim Bundesberufungsgericht in Washington einzureichen.

Sources