Herbert Kickl hat die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) am Sonntag zu einem historischen Wahlsieg geführt. Mit 28,8 Prozent der Stimmen wurden die Blauen bei der Nationalratswahl stärkste politische Kraft. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Zweiten Republik seit 1945, dass eine FPÖ-geführte Formation eine bundesweite Wahl für sich entscheiden konnte.
Die Volkspartei (ÖVP) von Bundeskanzler Karl Nehammer verzeichnete herbe Verluste und fiel mit 26,3 Prozent auf den zweiten Platz zurück—ein Minus von rund elf Prozentpunkten gegenüber dem Urnengang von 2019. Die Sozialdemokraten (SPÖ) kamen mit 21,1 Prozent auf Rang drei und fuhren ihr historisch schwächstes Nationalratswahlergebnis ein.
Historischer Triumph der FPÖ im österreichischen Nationalrat
Als Hauptgründe für den FPÖ-Erfolg gelten die anhaltende Teuerung, hohe Energiekosten infolge des Ukraine-Kriegs sowie wachsende Sorgen um Asyl und Migration. Kickl setzte im Wahlkampf ganz auf die Botschaft 'Österreich zuerst', forderte strengere Grenzkontrollen, sogenannte Remigration und die Aufhebung der Russland-Sanktionen.
Vor jubelnden Anhängern in Wien sprach Kickl von einem historischen Meilenstein und einem Auftrag zur Veränderung. Dennoch verfügt die FPÖ mit 57 von 183 Mandaten im Nationalrat über keine absolute Mehrheit, weshalb sie auf mindestens einen Koalitionspartner angewiesen ist, um eine funktionierende Regierung zu bilden.
“We have opened a new chapter in Austrian political history. The voters have spoken with crystal clarity: they want security, national sovereignty, and an end to business-as-usual in Vienna.” — Herbert Kickl, Bundesparteiobmann der FPÖ
Schwierige Regierungsbildung und die Kanzlerfrage
Der Weg zur Kanzlerschaft gestaltet sich für Kickl jedoch äußerst kompliziert. Bundeskanzler Nehammer gestand die Niederlage zwar ein, bekräftigte jedoch umgehend, dass die ÖVP für eine Regierung unter einem Bundeskanzler Kickl nicht zur Verfügung stehe. Auch SPÖ, NEOS und Grüne schließen eine Zusammenarbeit mit Kickl kategorisch aus.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen erinnerte daran, dass jede künftige Regierung die Grundpfeiler der Verfassung, der Rechtsstaatlichkeit und die europäischen Verpflichtungen Österreichs wahren müsse. In den kommenden Wochen stehen der Wiener Innenpolitik intensive Sondierungsgespräche bevor.
Frequently Asked Questions
Wie viel Prozent der Stimmen hat die FPÖ in Österreich erhalten?
Die FPÖ unter Herbert Kickl erreichte 28,8 Prozent der Stimmen und stellt künftig 57 Abgeordnete im Nationalrat.
Wird Herbert Kickl automatisch österreichischer Bundeskanzler?
Nein, da die FPÖ eine Koalitionsmehrheit benötigt und andere Parteien eine Kanzlerschaft Kickls ablehnen.





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