Angesichts rasant steigender Verluste und stillstehender Produktionsbänder hat der US-Luftfahrtkonzern Boeing seinen 33.000 streikenden Mechanikern am Montag ein überarbeitetes «bestes und finales» Tarifangebot vorgelegt. Das Unternehmen erhöhte die geplante allgemeine Lohnsteigerung über vier Jahre von 25 auf nunmehr 30 Prozent.

Der Vorstoß ist der bislang entschlossenste Versuch des neuen Vorstandschefs Kelly Ortberg, den Arbeitskampf zu beenden, der die lukrative Endmontage der Modelle 737 MAX, 777 und 767 lahmlegt. Analysten schätzen, dass der Ausstand Boeing täglich mehr als 100 Millionen Dollar an Barmitteln kostet.

Nachgebesserte Entgelte und Rückkehr des Leistungsbonus

Neben der tabellenwirksamen Erhöhung um 30 Prozent — was über die vierjährige Laufzeit rechnerisch 31,4 Prozent entspricht — führt der Konzern den jährlichen Leistungsbonus AMPP wieder ein. Die Streichung dieser Prämie, die historisch 2 bis 4 Prozent des Jahresgehalts ausmachte, hatte bei den Beschäftigten massive Empörung ausgelöst.

Zudem verdoppelte Boeing die sofortige Zustimmungsprämie auf 6.000 Dollar, erhöhte die Arbeitgeberzuschüsse zur betrieblichen Altersvorsorge 401(k) auf bis zu 8 Prozent und garantierte unveränderte Krankenversicherungsbeiträge. Als Frist für eine Urabstimmung nannte der Konzern Freitagabend, 23:59 Uhr Ortszeit.

“Wir haben unseren Mitarbeitern zugehört; dieses verbesserte Angebot greift ihre Anliegen auf und sichert gleichzeitig die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens.”

Gewerkschaftliche Verärgerung über Vorstoß der Unternehmensführung

Bei der Führung der Gewerkschaft International Association of Machinists (IAM) District 751 stieß der Alleingang jedoch auf scharfe Kritik. Gewerkschaftspräsident Jon Holden rügte das Management dafür, die Verhandlungskommission übergangen und das Papier direkt an Belegschaft und Presse lanciert zu haben.

Die Gewerkschaft bekräftigte ihre Forderung nach 40 Prozent mehr Gehalt und verlangte erneut die Wiederherstellung klassischer Betriebsrenten, die vor zehn Jahren gestrichen worden waren. Da die IAM eine Abstimmung bis Freitag ablehnt, droht der Konflikt weiter anzuhalten.

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