Mehr als 45.000 Hafenarbeiter der Gewerkschaft International Longshoremen's Association (ILA) bereiteten sich am Montagabend auf einen umfassenden Streik an 36 großen Seehäfen von Maine bis Texas vor. Auslöser ist das Auslaufen des sechsjährigen Rahmentarifvertrags mit der Arbeitgebervereinigung United States Maritime Alliance (USMX).
Es handelt sich um den ersten großflächigen Streik der ILA an der gesamten Atlantikküste seit dem Jahr 1977. Bedeutende Frachtdrehkreuze wie New York-New Jersey, Savannah, Houston, Norfolk und Charleston drohen komplett stillzustehen. Über diese Häfen wird rund die Hälfte des gesamten containerisierten Im- und Exports der USA abgewickelt.
Forderungen nach höheren Löhnen und Schutz vor Automatisierung
Die Verhandlungen scheiterten vor allem an zwei Streitpunkten: deutlichen Lohnerhöhungen zum Ausgleich der Inflation und dem strikten Verbot automatisierter Kräne und Transportsysteme. Die Gewerkschaft argumentiert, dass internationale Reedereien während der Pandemie Rekordgewinne verzeichnet haben und das Personal angemessen beteiligen müssen.
Ein verbessertes Angebot der USMX kurz vor Fristablauf wies die Gewerkschaftsführung als unzureichend zurück. Da erste Streikposten vor den Terminals aufgestellt wurden, blieben zahlreiche Containerschiffe vor den Küsten auf Reede liegen oder wichen auf pazifische Routen aus.
“We are prepared to fight as long as necessary to get the wages and protections against automation our members earned through decades of dedicated service.” — Harold J. Daggett, Internationaler Präsident der International Longshoremen's Association
Drohende Unterbrechung internationaler Lieferketten
Wirtschaftsexperten warnen davor, dass eine mehrtägige Blockade die US-Wirtschaft täglich bis zu vier Milliarden Dollar kosten könnte. Besonders anfällig sind Branchen wie der Automobilbau, Lieferungen verderblicher Lebensmittel sowie der Einzelhandel im Hinblick auf das anstehende Weihnachtsgeschäft.
Wirtschafts- und Einzelhandelsverbände haben die US-Regierung aufgefordert, über das Taft-Hartley-Gesetz eine 80-tägige Zwangspause anzuordnen. Das Weiße Haus betonte jedoch bisher, dass die Tarifautonomie gewahrt bleiben solle und beide Parteien am Verhandlungstisch eine Einigung erzielen müssen.
Frequently Asked Questions
Welche Häfen sind vom Streik der Hafenarbeiter betroffen?
Der Streik betrifft 36 bedeutende Seehäfen entlang der US-Ostküste und des Golfs von Mexiko von Maine bis Texas.
Was sind die Hauptgründe für den Arbeitskampf?
Hauptstreitpunkte sind substanzielle Gehaltserhöhungen sowie ein vertraglicher Ausschluss automatisierter Verladetechnik.





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