Die weltweiten Kaffeepreise an der Intercontinental Exchange (ICE) in New York und London sind auf Mehrjahreshöchststände geklettert. Auslöser ist eine dramatische Dürrewelle im landwirtschaftlichen Kerngebiet Brasiliens, die den maßgeblichen Arabica-Terminkontrakt über die Marke von 260 US-Cent pro Pfund trieb – ein Preisniveau, das seit der Rohstoffhausse von 2011 nicht mehr erreicht wurde.

In Minas Gerais und der Region Mogiana im Bundesstaat São Paulo leiden die Kaffeebauern unter monatelangem Niederschlagsmangel und außergewöhnlichen Hitzewellen. Agrarexperten warnen, dass der massive Feuchtigkeitsmangel in der empfindlichen Blütephase der Kaffeesträucher die Ernteerträge für die Saison 2025/2026 gravierend dezimieren wird.

Bodenfeuchtedefizit in Minas Gerais und Kurssprung an der ICE

Nach der Frühjahrsblüte benötigen Kaffeesträucher regelmäßige Regenfälle, um gesunde Kaffeekirschen auszubilden. Satellitenanalysen belegen jedoch alarmierenden Trockenstress in den Plantagen, der bereits zu vorzeitigem Blattverlust und vertrockneten Blütenansätzen geführt hat.

Verschärft wird die globale Versorgungslage durch Klimaturbulenzen im zweitwichtigsten Anbauland der Welt. In Vietnam, dem weltweit führenden Produzenten von Robusta-Kaffee für Espresso und Instantpulver, folgten auf eine extreme Frühjahrsdürre schwere Taifune, die Erntearbeiten behinderten und Verluste verursachten.

“Prolonged heat and moisture deficits in Brazil during the critical flowering phase have created unprecedented supply uncertainties across the global coffee market.” — Internationale Kaffeeorganisation (ICO)

Lieferengpässe in Vietnam und steigende Belastungen für Röstbetriebe

Nach Berichten der Internationalen Kaffeeorganisation (ICO) sind die zertifizierten Lagerbestände in den Verbraucherländern auf historisch niedrige Niveaus gefallen. Rohstofffonds und Handelshäuser investieren verstärkt in Futures, da für das kommende Wirtschaftsjahr mit einem spürbaren Angebotsdefizit gerechnet wird.

Große Kaffeekonzerne wie Nestlé, JDE Peet's und führende italienische Röstereien haben bereits Kostenerhöhungen im Großhandel angekündigt. Verbraucher müssen sich in den kommenden Monaten auf deutlich spürbare Preiserhöhungen für Röstkaffee im Supermarkt und in Cafés einstellen.

Frequently Asked Questions

Warum steigen die Kaffeepreise derzeit so stark an?

Ursache ist die anhaltende Dürre in Brasilien in Verbindung mit witterungsbedingten Ernteausfällen in Vietnam.

Welche Kaffeesorten verzeichnen die stärksten Preissprünge?

Sowohl die edlen Arabica-Bohnen in New York als auch Robusta-Sorten an der Londoner Börse verzeichnen Höchststände.

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