Spaniens staatlicher Eisenbahninfrastrukturbetreiber Adif hat unter Aufsicht der Wettbewerbsbehörde CNMC die zweite Phase der Liberalisierung des Schienenpersonenfernverkehrs gestartet. Die Weichenstellung sieht Rahmenkapazitätsverträge für mehr als 72 tägliche Hochgeschwindigkeitsverbindungen auf drei zentralen Hauptstrecken vor.

Die zur Ausschreibung stehenden Trassen umfassen die Korridore Madrid-Galicien, Madrid-Asturien/Kantabrien über die neu eröffnete Pajares-Variante sowie die Verbindung von Madrid nach Cádiz und Huelva im Süden. Neben der Staatsbahn Renfe können sich die privaten Herausforderer Iryo und Ouigo um mehrjährige Trassenrechte bewerben.

Wettbewerb auf der Schiene erreicht nördliche und südliche Korridore

Die erste Welle der Marktöffnung auf den Rennstrecken nach Barcelona, Valencia und Sevilla gilt europaweit als Musterbeispiel für funktionierenden Wettbewerb. Das Ringen der drei Anbieter sorgte für einen Zuwachs des gesamten Fahrgastaufkommens um 22% und ließ die durchschnittlichen Ticketpreise um bis zu 40% purzeln.

Die nun geöffneten Trassen stellen besondere technische Anforderungen, da sie Abschnitte mit unterschiedlichen Spurweiten aufweisen und die Züge über Spurwechselanlagen sowie das Zugsicherungssystem ERTMS Level 2 verfügen müssen. Die Bewerber müssen daher auf entsprechend angepasstes Rollmaterial setzen.

“Expanding open-access high-speed rail competition to northern and southern corridors democratizes sustainable passenger travel, lowers fares, and optimizes national rail infrastructure.” — Ángel Contreras, Präsident von Adif

Fahrgastplus von 22 Prozent und spürbar günstigere Ticketpreise

Mit mehr als 4.000 Kilometern betreibt Spanien das längste Hochgeschwindigkeitsnetz Europas. Durch die Auslastung der Infrastruktur will Adif den ökologischen Vorteil der Schiene maximieren und weitere Marktanteile vom Inlandsflug- und Fernbusverkehr abziehen.

Die Vergabe der Rahmenverträge soll bis Mitte 2025 abgeschlossen sein, sodass der kommerzielle Mehrzugbetrieb im Verlauf des Jahres 2026 starten kann. Millionen Reisende in Galicien und an der Atlantikküste dürfen sich auf mehr Verbindungen und günstigere Tarife freuen.

Frequently Asked Questions

Welche Strecken umfasst die Phase 2 der Bahnliberalisierung in Spanien?

Ausgeschrieben sind Trassen auf den Strecken Madrid-Galicien, Madrid-Asturien/Kantabrien und Madrid-Cádiz/Huelva.

Welche Bahngesellschaften konkurrieren auf Spaniens Schnellfahrstrecken?

Auf dem Markt konkurrieren die staatliche Renfe sowie die privaten Bahnanbieter Iryo und Ouigo.

Sources