In einem sensationellen Schritt hat der US-Mobilfunkchip-Spezialist Qualcomm Kontakt zu seinem Konkurrenten Intel aufgenommen, um über eine mögliche Komplettübernahme zu sprechen. Der Vorstoß, über den zuerst das Wall Street Journal berichtete, nutzt die schwerste Unternehmenskrise in der Geschichte von Intel aus.

Obwohl sich die Sondierungen in einem sehr frühen Stadium befinden und keineswegs sicher ist, dass ein formelles Angebot folgt, würde die Transaktion alle bisherigen Tech-Deals in den Schatten stellen.

Überraschender Vorstoß beim Silicon-Valley-Pionier

Intel hat in den vergangenen Jahren seine Vormachtstellung bei PC- und Serverprozessoren an AMD verloren, den Smartphone-Boom verpasst und hinkt Nvidia bei Spezialchips für generative künstliche Intelligenz weit hinterher.

Intel-Chef Pat Gelsinger leitete jüngst ein hartes Sparprogramm mit 15.000 Entlassungen und Dividendenstreichungen ein. Qualcomm sieht die Chance, seine Vorherrschaft bei mobilen Prozessoren mit Intels gewaltiger PC- und Serverbasis zu verknüpfen.

“Eine Kombination von Qualcomm und Intel würde die globale Lieferkette neu ordnen, doch die kartellrechtlichen Hürden weltweit sind enorm.”

Kartellrechtliche Bedenken und das Foundry-Problem

Experten weisen jedoch auf fundamentale Unterschiede hin: Qualcomm besitzt keine eigenen Fabriken und lässt bei TSMC fertigen, während Intel ein milliardenschweres, kapitalintensives Fabriknetzwerk betreibt.

Zudem dürften die Wettbewerbshüter in Washington, Brüssel und vor allem Peking erhebliche Bedenken gegen eine derartige Machtkonzentration vorbringen.

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