Der indische Premierminister Narendra Modi hat am Donnerstag auf dem 21. ASEAN-Indien-Gipfel in der laotischen Hauptstadt Vientiane einen umfassenden 10-Punkte-Aktionsplan vorgestellt, der die nächste Phase der wirtschaftlichen, digitalen und strategischen Zusammenarbeit zwischen Neu-Delhi und den zehn Mitgliedstaaten der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (ASEAN) einläutet. Anlässlich des zehnten Jahrestages von Indiens „Act East“-Politik betonte Modi, dass die Zentralität der ASEAN im Mittelpunkt der indischen Indopazifik-Strategie stehe.

Mit Blick auf die dynamische Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen hob Modi hervor, dass sich der bilaterale Handel zwischen Indien und der ASEAN-Region in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt und die Marke von 130 Milliarden US-Dollar überschritten hat. Um weiteres Potenzial zu erschließen, forderte der Premierminister, die laufende Überarbeitung des ASEAN-Indien-Warenhandelsabkommens (AITIGA) bis 2025 abzuschließen, um den Vertrag unternehmensfreundlicher und moderner zu gestalten.

Eckpfeiler des 10-Punkte-Plans: Tourismus, digitale Zukunft und AITIGA-Handelsreform

Im Rahmen des neuen 10-Punkte-Fahrplans rief Modi das Jahr 2025 zum „ASEAN-Indien-Jahr des Tourismus“ aus und sagte 5 Millionen US-Dollar für gemeinsame Werbekampagnen und den Kulturaustausch zu. Darüber hinaus kündigte er die Einrichtung eines mit 5 Millionen US-Dollar ausgestatteten „ASEAN-Indien-Fonds für die digitale Zukunft“ an, durch den Indiens digitale öffentliche Infrastruktur (DPI) – darunter Echtzeitzahlungen und digitale Identitätssysteme – verstärkt mit Südostasien geteilt werden soll.

Bildung, Klimaresilienz und öffentliche Gesundheit bilden weitere Schwerpunkte. Modi gab bekannt, dass die Zahl der Stipendien für ASEAN-Studierende an der Universität Nalanda verdoppelt wird und zusätzliche Forschungsstipendien an indischen Agraruniversitäten entstehen. Zudem stellt Indien 5 Millionen US-Dollar für die Katastrophenvorsorge bereit, startet einen regelmäßigen Cyber-Politikdialog, etabliert ein Gesundheitsminister-Format und richtet ein Treffen für Wissenschaftlerinnen aus.

“Das 21. Jahrhundert ist das asiatische Jahrhundert für Indien und die ASEAN-Staaten. Im vergangenen Jahrzehnt hat sich unser Handel auf über 130 Milliarden US-Dollar verdoppelt, und unser 10-Punkte-Plan wird Frieden und Wohlstand in der Region verankern.” — Narendra Modi, Premierminister von Indien

Ein Jahrzehnt „Act East“-Politik und eine gemeinsame Vision für den Indopazifik

Die Staats- und Regierungschefs verabschiedeten in Vientiane zwei richtungsweisende Abschlussdokumente: eine gemeinsame Erklärung zur Stärkung der umfassenden strategischen Partnerschaft für Frieden, Stabilität und Wohlstand – welche Indiens Indo-Pacific Oceans Initiative (IPOI) mit dem ASEAN-Ausblick auf den Indopazifik (AOIP) verzahnt – sowie eine gemeinsame Erklärung zur Förderung der digitalen Transformation.

Am Rande des vom laotischen Premierminister Sonexay Siphandone geleiteten Gipfels traf Modi zu bilateralen Gesprächen mit Japans neuem Premierminister Shigeru Ishiba, Neuseelands Regierungschef Christopher Luxon sowie mehreren südostasiatischen Amtskollegen zusammen. Dabei bekräftigten sie ihr Eintreten für die Freiheit der Schifffahrt, krisenfeste Lieferketten und die friedliche Beilegung maritimer Konflikte auf Grundlage des Völkerrechts.

Frequently Asked Questions

Was sind die wichtigsten Punkte in Narendra Modis 10-Punkte-Plan beim ASEAN-Indien-Gipfel?

Der Plan ernennt 2025 zum ASEAN-Indien-Tourismusjahr (5 Mio. US-Dollar), schafft einen 5-Millionen-Dollar-Digitalfonds, verdoppelt Stipendien an der Universität Nalanda und beschleunigt die Reform des Handelsabkommens AITIGA bis 2025.

Wie stark ist der Handel zwischen Indien und den ASEAN-Staaten im letzten Jahrzehnt gewachsen?

Seit dem Start der indischen „Act East“-Politik vor zehn Jahren hat sich das bilaterale Handelsvolumen zwischen Indien und den zehn ASEAN-Staaten auf jährlich über 130 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt.

Sources