Der französische Luxusgüterkonzern LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton hat eine weitreichende strategische Partnerschaft mit dem italienischen Unternehmer Remo Ruffini geschlossen. Wie beide Seiten bekanntgaben, erwirbt LVMH eine Beteiligung von zehn Prozent an Double R, der von Ruffini kontrollierten Investmentholding, die derzeit direkt 15,8 Prozent am Mailänder Luxus-Outerwear-Spezialisten Moncler SpA hält. Durch die Allianz wird die langfristige Aktionärsstabilität eines der profitabelsten Luxusunternehmen Europas gefestigt.

Gemäß der Vereinbarung wird Double R die von LVMH bereitgestellten Mittel nutzen, um über einen Zeitraum von 18 Monaten weitere Moncler-Aktien am Markt zuzukaufen und seinen Anteil an Moncler auf bis zu 18,5 Prozent zu steigern. Parallel dazu wächst die Beteiligung von LVMH an Double R auf maximal rund 22 Prozent an, was rechnerisch einer indirekten Beteiligung von etwa vier Prozent an Moncler entspricht.

Gremiensitze für LVMH bei voller Unabhängigkeit für Ruffini

Im Rahmen der Governance-Regelung erhält der von Bernard Arnault geführte Konzern das Recht, zwei Mitglieder in das Kontrollgremium von Double R sowie einen Vertreter in den Verwaltungsrat von Moncler SpA zu entsenden. Beide Partner unterstrichen jedoch ausdrücklich, dass Remo Ruffini – der die Marke 2003 übernommen und zu einem globalen Luxuskonzern geformt hat – weiterhin als Verwaltungsratspräsident und CEO die strategische Ausrichtung von Moncler eigenständig bestimmen wird.

Branchenbeobachter werten den Schritt als geschickten Schachzug Ruffinis zur Absicherung seiner Position als Ankeraktionär nach dem Rückzug des singapurischen Staatsfonds Temasek zu Jahresbeginn. Gleichzeitig sichert sich LVMH einen strategischen Fußabdruck im wachstumsstarken Segment für luxuriöse Daunen- und Sportbekleidung, zu dem auch die Moncler-Tochtermarke Stone Island gehört.

“Moncler ist eine der bemerkenswertesten unternehmerischen Erfolgsgeschichten der Luxusbranche in den vergangenen zwanzig Jahren, und wir freuen uns sehr, die Vision und Unabhängigkeit von Remo Ruffini zu unterstützen.” — Bernard Arnault, Verwaltungsratsvorsitzender und CEO von LVMH

Starkes Signal für den europäischen Luxussektor

Die Transaktion zeigt, wie finanzstarke Branchenführer wie LVMH das aktuell herausfordernde Marktumfeld in China und Nordamerika nutzen, um langfristige strategische Allianzen mit erstklassigen europäischen Traditionsmarken zu schmieden.

An den europäischen Börsen in Mailand und Paris löste die Ankündigung deutliche Kursgewinne bei Moncler und zahlreichen weiteren Luxuswerten aus, da Anleger den Schulterschluss zwischen Arnault und Ruffini als Vertrauensbeweis für die gesamte Branche werteten.

Frequently Asked Questions

Welchen Anteil hat LVMH im Rahmen des Moncler-Deals erworben?

LVMH hat zunächst 10 Prozent an Remo Ruffinis Holding Double R übernommen und kann diesen Anteil auf bis zu 22 Prozent ausbauen, während Double R seine Moncler-Beteiligung auf bis zu 18,5 Prozent erhöht.

Bleibt Remo Ruffini weiterhin an der Spitze von Moncler?

Ja, Remo Ruffini behält die Mehrheitskontrolle über Double R und führt die Moncler-Gruppe weiterhin unabhängig als Verwaltungsratspräsident und CEO.

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