Die führende US-Großbank JPMorgan Chase & Co. hat einen glänzenden Auftakt der Berichtssaison an der Wall Street hingelegt und einen Quartalsüberschuss von 12,9 Milliarden US-Dollar sowie Erträge von 43,3 Milliarden Dollar ausgewiesen. Das New Yorker Geldhaus übertraf die Prognosen der Analysten deutlich, getragen von einer Erholung im Emissionsgeschäft und einem robusten Kreditvolumen.

Die Gebühreneinnahmen im Investmentbanking schossen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar nach oben. Unternehmen nutzten das günstigere Zinsumfeld vermehrt für Anleiheemissionen und Börsengänge. Auch im Wertpapier- und Devisenhandel konnte das Institut Zuwächse von 8 Prozent verbuchen.

Boomendes Investmentbanking treibt Quartalsergebnis

Der Nettozinsertrag legte trotz erster Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve um 3 Prozent auf 23,5 Milliarden Dollar zu. Angesichts der stabilen Einlagenbasis hob die Bank ihre Gesamtjahresprognose für den Zinsüberschuss auf rund 92,5 Milliarden Dollar an und dämpfte damit Sorgen vor einer raschen Margenerosion.

Die Kreditqualität der Privatkunden erwies sich als anhaltend widerstandsfähig. JPMorgan bildete Risikovorsorgen in Höhe von 3,1 Milliarden Dollar, die vor allem auf das stärkere Wachstum im Kreditkartengeschäft und nicht auf akute Kreditausfälle zurückzuführen sind.

“Unsere Geschäftsbereiche haben sich bei starkem Ertragswachstum gut entwickelt, aber wir beobachten die geopolitischen Bedingungen sehr genau, die tückisch sind und sich verschlechtern.” — Jamie Dimon, Vorstandsvorsitzender und CEO von JPMorgan Chase

Dimon warnt vor tückischen geopolitischen Verwerfungen

Trotz der Rekordzahlen schlug Bankchef Jamie Dimon gewohnt ernste Töne mit Blick auf die weltpolitischen Rahmenbedingungen an. Dimon warnte, dass die Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine sowie die ausufernden Staatsdefizite westlicher Nationen unkalkulierbare Risiken für die globale Finanzstabilität bergen.

Die Anleger an der Wall Street reagierten erleichtert und schickten die JPMorgan-Aktie am Freitag deutlich ins Plus. Marktbeobachter betonten jedoch, dass Dimons Warnung vor geopolitischen Schocks ernst genommen werden müsse, da eine Eskalation die erhoffte sanfte Landung der Wirtschaft gefährden könnte.

Frequently Asked Questions

Wie fielen die Geschäftszahlen von JPMorgan im dritten Quartal aus?

JPMorgan erzielte einen Nettogewinn von 12,9 Milliarden Dollar bei Erträgen von 43,3 Milliarden Dollar und übertraf die Analystenschätzungen klar.

Welche Risiken hob Jamie Dimon hervor?

Dimon verwies auf sich zuspitzende Kriege im Nahen Osten und Osteuropa sowie anhaltend hohe Haushaltsdefizite weltweit.

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