Ein unabhängig produzierter Low-Budget-Slasher ohne offizielle Altersfreigabe der US-Behörde MPA hat an diesem Wochenende für eine der größten Überraschungen der jüngeren Kinogeschichte gesorgt: Terrifier 3 von Cineverse und Iconic Events Releasing stürmte mit geschätzten 18,9 Millionen US-Dollar in 2.514 Kinos an die Spitze der nordamerikanischen Charts. Der von Damien Leone für nur 2 Millionen Dollar inszenierte Horrorfilm mit David Howard Thornton als Art the Clown verdoppelte damit nahezu die Branchenprognosen.

Da der Film auf eine MPA-Prüfung verzichtete, um seine drastischen handgemachten Spezialeffekte ungekürzt ins Kino zu bringen, setzte die Kampagne statt auf teure Fernsehwerbung ganz auf virale Horror-Communities und Mundpropaganda. Mit einem Werbebudget von rund 500.000 Dollar übertraf Terrifier 3 bereits nach 72 Stunden das gesamte nordamerikanische Endergebnis des Vorgängers Terrifier 2 von 10,6 Millionen Dollar aus dem Jahr 2022.

Ein ungeprüftes Indie-Phänomen stellt Hollywood-Prognosen auf den Kopf

Auf dem zweiten Platz hielt sich der Animationshit Der wilde Roboter von Universal und DreamWorks mit starken 13,45 Millionen Dollar am dritten Wochenende und schraubte sein US-Gesamtergebnis auf 83,7 Millionen Dollar. Dahinter erlebte das 200 Millionen Dollar teure Studio-Prestigeprojekt Joker: Folie à Deux von Warner Bros. ein Debakel und stürzte um 81 Prozent auf 7,0 Millionen Dollar ab.

Der Einbruch von 81 Prozent für Todd Phillips‘ Musical-Fortsetzung mit Joaquin Phoenix und Lady Gaga bedeutet den stärksten Rückgang am zweiten Wochenende, der jemals für eine große Comicverfilmung gemessen wurde – noch vor The Marvels (78 Prozent) und Morbius (74 Prozent). Belastet durch die seltene Note „D“ beim CinemaScore steht der Film nach zehn Tagen bei lediglich 51,6 Millionen Dollar in Nordamerika.

“Zu sehen, wie ein ungeprüfter, zwei Millionen Dollar teurer Independent-Horrorfilm landesweit auf Platz eins startet, beweist, dass leidenschaftliche Fangemeinden und Mundpropaganda im Kino mit jeder großen Studioproduktion mithalten können.” — Chris McGurk, Chairman und Chief Executive Officer von Cineverse

Historischer Einbruch am zweiten Wochenende für „Joker: Folie à Deux“

Obwohl die Kinobetreiber für den ungeprüften Terrifier 3 strenge Alterskontrollen wie bei einer R-Rating-Freigabe durchführten, strömten die Zuschauer von Freitagabend bis Sonntag zahlreich in die Säle. In Nachbefragungen erreichte der Film einen für das extreme Slasher-Genre ungewöhnlich guten CinemaScore von „B“ sowie 77 Prozent positive Kritiken bei Rotten Tomatoes.

Auf Rang vier der nordamerikanischen Charts folgte Beetlejuice Beetlejuice mit ebenfalls rund 7,0 Millionen Dollar in seiner sechsten Spielwoche (insgesamt 275,6 Millionen Dollar), während das Lego-animierte Pharrell-Williams-Biopic Piece by Piece von Focus Features mit 3,8 Millionen Dollar auf dem fünften Platz debütierte.

Frequently Asked Questions

Wie viel spielte Terrifier 3 am Startwochenende im Vergleich zu seinem Produktionsbudget ein?

Terrifier 3 erzielte in 2.514 nordamerikanischen Kinos rund 18,9 Millionen US-Dollar – bei einem Produktionsbudget von lediglich 2 Millionen Dollar und rund 500.000 Dollar Marketingkosten.

Wie stark brach Joker: Folie à Deux am zweiten Wochenende an den US-Kinokassen ein?

Joker: Folie à Deux verzeichnete einen Rückgang von 81 Prozent gegenüber dem Startwochenende, spielte nur noch 7,0 Millionen Dollar ein und fiel auf den dritten Platz zurück.

Sources