Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat die Marktzulassung für Cobenfy von Bristol Myers Squibb erteilt und damit den ersten grundlegend neuen Behandlungsansatz gegen Schizophrenie seit mehr als sieben Jahrzehnten freigegeben.
Seit der Einführung von Chlorpromazin in den 1950er-Jahren zielten praktisch alle Antipsychotika auf die Blockade von Dopamin-D2-Rezeptoren ab, was zwar Wahnvorstellungen dämpfte, jedoch häufig zu irreversiblen Spätdyskinesien und schweren Stoffwechselstörungen führte.
Paradigmenwechsel in der Neuropsychiatrie
Cobenfy, ursprünglich als KarXT von Karuna Therapeutics entwickelt und für 14 Milliarden Dollar von Bristol Myers Squibb übernommen, moduliert hingegen M1- und M4-Muskarinrezeptoren durch Xanomelin, kombiniert mit dem peripher wirkenden Trospiumchlorid.
Da Trospium die Blut-Hirn-Schranke nicht überwindet, dämpft es gastrointestinale Nebenwirkungen im Körper, während Xanomelin im Gehirn seine antipsychotische Wirkung ungestört entfaltet.
“Schizophrenie gehört weltweit zu den schwersten Erkrankungen, doch die Wirkmechanismen waren über Generationen unverändert. Cobenfy schenkt Betroffenen eine völlig neue Perspektive.”
Klinische Wirksamkeit und Bessere Verträglichkeit
In den Phase-3-Studien des EMERGENT-Programms führte Cobenfy zu signifikanten Verbesserungen bei Positivsymptomen wie Halluzinationen sowie bei Negativsymptomen wie sozialem Rückzug.
Experten und Patientenorganisationen betrachten die Zulassung als historischen Durchbruch, der die Therapietreue von Millionen Patienten maßgeblich verbessern könnte.




Comments (0)
Log in to join the discussion.