Frankreich hat am Mittwoch offiziell eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen beantragt, um die dramatische militärische Eskalation im Libanon zu stoppen. Zuvor war es zu den schwersten Luftangriffen zwischen den israelischen Streitkräften und der Hisbollah-Miliz seit dem Krieg von 2006 gekommen.
In seiner Rede vor der UN-Generalversammlung in New York warnte der neue französische Außenminister Jean-Noël Barrot eindringlich vor einem unkontrollierbaren Flächenbrand im gesamten Nahen Osten. Als ständiges Mitglied des Sicherheitsrats forderte Frankreich unverzügliche Konsultationen der Staatengemeinschaft.
Paris mahnt zur sofortigen Deeskalation vor den Vereinten Nationen
Die diplomatische Initiative folgte auf israelische Luftschläge gegen mehr als 1.300 Ziele im Südlibanon und in der Bekaa-Ebene. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden dabei mehr als 550 Menschen getötet und Tausende verletzt, was eine panische Massenflucht in Richtung Beirut auslöste.
Die Hisbollah feuerte ihrerseits Hunderte Raketen auf den Norden Israels ab, attackierte Militärstützpunkte und Industriegebiete bei Haifa und zwang Zehntausende Zivilisten in Schutzräume. Paris betonte, die Spirale der Vergeltung müsse durchbrochen werden, bevor es zu einer Bodeninvasion komme.
“Frankreich fordert die sofortige Einstellung der Angriffe. Der Libanon darf nicht zu einem zweiten Gaza werden; Diplomatie ist der einzige Ausweg.”
Steigende Opferzahlen und die Gefahr einer Bodenoffensive
Frankreich, das enge historische Beziehungen zum Libanon unterhält und ein großes Kontingent der UNIFIL-Friedensmission stellt, forderte alle Akteure auf, die UN-Sicherheitsratsresolution 1701 bedingungslos umzusetzen. Diese verlangt den Rückzug bewaffneter Milizen nördlich des Litani-Flusses.
Hinter den Kulissen der UN in New York nahmen französische, amerikanische und arabische Unterhändler Gespräche über eine befristete 21-tägige Waffenruhe auf. Diplomaten betonten, dass eine dauerhafte Beruhigung an der Blauen Linie eng an Fortschritte bei einer Waffenruhe im Gazastreifen gekoppelt sei.




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