Die US-Handelskommission (Federal Trade Commission, FTC) hat ein umfassendes Verwaltungsverfahren gegen die drei führenden Pharmacy Benefit Manager (PBM) des Landes eingeleitet: Caremark Rx (CVS Health), Express Scripts (Cigna) und OptumRx (UnitedHealth Group). Den Unternehmen wird vorgeworfen, über wettbewerbswidrige Rabattstrukturen die Listenpreise für lebensrettendes Insulin künstlich vervielfacht zu haben.
Die Klage richtet sich auch gegen angeschlossene Einkaufsgemeinschaften wie Zinc Health Services und Ascent Health Services. Diese drei Akteure steuern gemeinsam rund 80 Prozent aller Rezeptabrechnungen in den Vereinigten Staaten. Ermittler betonen, dass sie die Lieferkette systematisch verzerrt haben, um milliardenschwere Herstellerrabatte zu kassieren.
Fehlanreize im Rabattsystem und Machtmissbrauch bei Arzneimittellisten
Laut Anklageschrift der FTC nutzten die PBMs ihre Marktmacht aus, um von den Pharmaherstellern immer höhere Rückvergütungen (Rebates) für die Aufnahme in begehrte Erstattungslisten (Formularies) zu erpressen. Pharmahersteller, die preiswerte Insuline mit niedrigen Listenpreisen anboten, wurden konsequent abgewiesen, da sie den PBMs geringere Rabatteinnahmen einbrachten.
Dies führte dazu, dass Hersteller die offiziellen Listenpreise gängiger Präparate wie Humalog, Novolog und Lantus drastisch erhöhten. Während die Nettoerlöse der Hersteller nach Abzug der Rabatte oft stagnierten, mussten gesetzlich oder privat versicherte Patienten mit Selbstbeteiligung Zuzahlungen leisten, die sich am astronomischen Bruttolistenpreis orientierten.
“Millionen Amerikaner sind täglich auf Insulin angewiesen, um zu überleben. Doch diese drei PBMs haben ihre Macht missbraucht, um sich zu bereichern, während kranke Menschen ihre Medikamente rationieren mussten.”
Ausschluss Günstiger Biosimilars und Belastung der Patienten
Besonders hervorgehoben wird in der Klage, dass die PBMs biosimilar- und generikabasierte Insuline blockierten, die 65 bis 70 Prozent unter den Preisen der Markenmedikamente angeboten wurden. Indem Patienten zu überteuerten Produkten gedrängt wurden, stellten die PBMs Profitinteressen über die Gesundheit der Bürger.
Der Branchenverband PCMA wies die Anschuldigungen zurück und erklärte, PBMs seien die einzige Kraft, die ausufernde Herstellerpreise bremse, und Verhandlungsvorteile kämen den Arbeitgebern zugute. Beobachter sehen in dem Prozess einen entscheidenden Schritt für mehr Preistransparenz im US-Gesundheitssektor.




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