Das deutsche Biotechnologieunternehmen BioNTech SE hat eine deutliche Ausweitung seiner klinischen Phase-2-Studie für den mRNA-Krebsimpfstoffkandidaten BNT111 bekannt gegeben. Das Präparat wird zur Behandlung von Patienten mit inoperablem, fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs (Melanom) erprobt, bei denen gängige Checkpoint-Inhibitoren keine Wirkung mehr zeigen.

Das Mainzer Unternehmen, das mit der Entwicklung des weltweit ersten zugelassenen mRNA-Impfstoffs gegen COVID-19 Geschichte schrieb, nimmt nun verstärkt Patienten an führenden Universitätskliniken und onkologischen Spitzenzentren in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien in die Studie auf.

Gezielter Angriff auf Vier Tumorantigene Gegen Therapieresistenzen

BNT111 ist das am weitesten fortgeschrittene Projekt aus BioNTechs unternehmenseigener FixVac-Plattform. Die Immuntherapie kodiert für vier definierte, nicht-mutierte tumorassoziierte Antigene (NY-ESO-1, MAGE-A3, Tyrosinase und TPTE), die bei über 90 Prozent aller kutanen Melanome nachweisbar sind. Eingebettet in Lipoplex-Nanopartikel wird die mRNA intravenös direkt zu den dendritischen Zellen der Milz transportiert.

In der randomisierten Studie wird BNT111 sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit dem PD-1-Inhibitor Cemiplimab (Libtayo) von Regeneron Pharmaceuticals geprüft. Frühe Studiendaten belegen, dass BNT111 selbst bei therapierefraktären Patienten eine starke CD4+- und CD8+-T-Zell-Antwort im Tumorgewebe hervorrufen kann.

“Unsere Vision war stets, die Kraft des menschlichen Immunsystems für den präzisen Kampf gegen Krebs zu nutzen. Die Ausweitung der BNT111-Studien in Europa bringt uns der Realisierung individualisierter mRNA-Krebskuren einen großen Schritt näher.”

Strategischer Fahrplan zu Kommerziellen Onkologie-Zulassungen bis 2026

Die Forcierung der klinischen Tests fügt sich in BioNTechs Ziel ein, die mRNA-Technologie als tragende Säule in der Krebstherapie zu etablieren. Mit mehr als 30 laufenden Studien unter anderem zu Darm-, Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs strebt das Unternehmen die ersten regulären Marktzulassungen im Onkologiebereich bis zum Jahr 2026 an.

Onkologen messen der erweiterten Studie wegweisende Bedeutung für die gesamte Medizinbranche bei. Sollte der Nachweis gelingen, dass mRNA-Impfstoffe therapieresistente solide Tumore erfolgreich schrumpfen lassen können, stünde der Krebsmedizin ein historischer Durchbruch bevor.

Sources