Die US-Umweltschutzbehörde EPA hat am Dienstag eine historische Vorschrift verabschiedet, die alle Trinkwasserversorger in den Vereinigten Staaten dazu verpflichtet, sämtliche Bleirohre im Land innerhalb von zehn Jahren aufzuspüren und vollständig auszutauschen.

Die Neuregelung der Bleirohr- und Kupferrichtlinie (LCRI) betrifft rund 68.000 kommunale Wasserwerke. Ziel ist es, die Trinkwasserversorgung von geschätzten neun Millionen Haushalten sowie zahllosen Schulen und Kindertagesstätten grundlegend zu sanieren.

Ein Jahrzehnt zur vollständigen Beseitigung giftiger Bleileitungen

Neben der Austauschpflicht wird der Eingriffsschwellenwert für Blei im Trinkwasser von 15 auf 10 Teile pro Milliarde (ppb) gesenkt. Versorger, die diesen Wert überschreiten, müssen unverzüglich Korrosionsschutzmaßnahmen ergreifen und zertifizierte Filter an betroffene Haushalte ausgeben.

Medizinische Fachgesellschaften betonen seit langem, dass es für Kinder keine unbedenkliche Bleidosis gibt. Selbst geringste Mengen des Schwermetalls können irreversible Hirnschäden und Entwicklungsstörungen sowie Nierenleiden bei Erwachsenen auslösen.

“We know lead is a potent neurotoxin with no safe exposure level for children. Today, we are putting an end to lead-contaminated drinking water once and for all.” — Michael S. Regan, Administrator of the Environmental Protection Agency

Strengere Grenzwerte und Milliardeninvestitionen des Bundes

Um Wasserwerken und Kommunen bei der Umsetzung zu helfen, stellte EPA-Chef Michael Regan weitere 2,6 Milliarden Dollar aus dem überparteilichen Infrastrukturgesetz bereit. Damit belaufen sich die Bundesmittel für die Bleirohrsanierung auf über 17 Milliarden Dollar.

Umwelt- und Bürgerrechtsorganisationen feierten den Beschluss als historischen Meilenstein für die Umweltgerechtigkeit, vor allem für einkommensschwache Viertel und alte Industriestädte, die seit Jahrzehnten unter maroder Infrastruktur leiden.

Frequently Asked Questions

Was verlangt die neue Verordnung der US-Umweltbehörde?

Wasserversorger müssen alle Bleianschlüsse in zehn Jahren austauschen und den Aktionsgrenzwert auf 10 ppb absenken.

Wie wird die milliardenschwere Rohrsanierung finanziert?

Der Bund stellt über 17 Milliarden Dollar aus dem überparteilichen Infrastrukturpaket und neuen EPA-Mitteln bereit.

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