Die Aktivität auf dem britischen Wohnimmobilienmarkt ist Ende September auf den höchsten Stand seit zwei Jahren geklettert, nachdem eine Welle von Zinssenkungen unter die psychologisch wichtige Marke von 4 Prozent abwartende Immobilienkäufer zurück in den Markt gelockt hat. Große Institute – darunter die Nationwide Building Society, HSBC UK, Barclays, NatWest und Santander – haben ihre Konditionen für zwei- und fünfjährige Festhypotheken in den vergangenen zwei Wochen schrittweise gesenkt, wobei die günstigsten Fünfjahresangebote bei 40 Prozent Eigenkapital auf 3,74 bis 3,89 Prozent fielen.

Der Preiskampf unter den britischen Banken folgt auf den Schwenk der Bank of England hin zu einer lockereren Geldpolitik sowie auf den stetigen Rückgang der SONIA-Swapsätze am Kapitalmarkt, die als Berechnungsgrundlage für Festhypotheken dienen. Kreditdaten zeigten, dass die monatlichen Nettogenehmigungen für Hauskaufhypotheken rund 64.900 erreichten – den höchsten Wert seit August 2022, kurz bevor die damaligen Marktturbulenzen die Durchschnittszinsen über 6 Prozent trieben.

Preiskampf der Großbanken und sinkende Pfund-Swapsätze

Nach Erhebungen der Immobilienplattform Rightmove und von Nationwide sprangen die Käuferanfragen bei Immobilienmaklern in der zweiten Septemberhälfte im Jahresvergleich um 27 Prozent nach oben, während die Zahl neuer Verkaufsinserate um 14 Prozent zulegte. Erstkäufer profitieren zudem von gelockerten Kreditprüfungsregeln und neuen Finanzierungsmodellen für Berufseinsteiger.

Die durchschnittlichen britischen Hauspreise stiegen im Monatsvergleich um 0,7 Prozent und lagen damit rund 2,8 bis 3,2 Prozent über dem Vorjahresniveau, womit die leichten Preisrückgänge aus dem Jahr 2023 wettgemacht wurden. Besonders dynamisch entwickelte sich der Markt in Nordengland, Schottland und im Londoner Pendlergürtel.

“Festhypothekenzinsen von unter vier Prozent haben die aufgestaute Nachfrage von Erstkäufern und Umzugswilligen freigesetzt, die ihre Pläne während des Höhepunkts der Zinserhöhungen auf Eis gelegt hatten.”

Anziehende Käufernachfrage und steigende Hauspreise im Herbst

Trotz der Herbstbelebung weisen Immobilienökonomen darauf hin, dass die Belastung für Haushalte hoch bleibt, deren in der Pandemie abgeschlossene Verträge mit Zinsen von 1,5 bis 2,0 Prozent nun auslaufen. Bei rund 1,6 Millionen britischen Eigenheimbesitzern endet in den kommenden zwölf Monaten die Zinsbindung, wenngleich Anschlussfinanzierungen unter 4 Prozent den erwarteten Ratenschock abmildern.

An den Geldmärkten wird derzeit mit hoher Wahrscheinlichkeit eingepreist, dass der geldpolitische Ausschuss der Bank of England seinen Leitzins von aktuell 5,0 Prozent auf seiner Sitzung im November um weitere 25 Basispunkte senkt. Makler erwarten auch im vierten Quartal lebhafte Umsätze, da viele Käufer ihre Abschlüsse noch vor der Vorlage des Herbsthaushalts am 30. Oktober unter Dach und Fach bringen wollen.

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