Das brasilianische Institut für Geographie und Statistik (IBGE) hat gemeldet, dass die nationale Arbeitslosenquote im Dreimonatszeitraum bis August auf 6,6 % gefallen ist. Dies entspricht dem niedrigsten Wert seit Einführung der fortlaufenden Haushaltsbefragung (PNAD Contínua) im Jahr 2012, nachdem die Quote im Zeitraum März bis Mai noch bei 7,1 % und vor einem Jahr bei 7,8 % gelegen hatte.

Den IBGE-Daten zufolge verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen im Quartalsvergleich um 541.000 auf 7,3 Millionen Menschen, was einem Rückgang von 14,9 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Erwerbstätigen um 1,2 Millionen (+1,2 %) auf den historischen Höchststand von 102,5 Millionen Personen.

Rekord bei formeller Beschäftigung und steigende Reallöhne

Getragen wurde der Aufschwung vor allem von regulären sozialversicherungspflichtigen Stellen im Privatsektor (Carteira Assinada), deren Zahl im Jahresvergleich um 3,9 % auf den Rekordwert von 38,6 Millionen kletterte. Besonders das verarbeitende Gewerbe, der Einzelhandel, die Logistik und unternehmensnahe Dienstleistungen stellten kräftig neues Personal ein.

Die hohe Arbeitskräftenachfrage stärkte zugleich die Kaufkraft der Haushalte: Das durchschnittliche reale Monatseinkommen stieg im Zeitraum Juni bis August um 3,8 % gegenüber dem Vorjahr auf 3.228 Reais (rund 593 US-Dollar), wodurch die gesamte reale Lohnsumme um 7,6 % auf den Rekordwert von 326,1 Milliarden Reais zulegte.

“Das Beschäftigungswachstum wird beständig von formellen Arbeitsverhältnissen getragen, wodurch sowohl die Erwerbstätigenzahl als auch die reale Lohnsumme die höchsten Werte unserer Zeitreihe erreicht haben.”

Auswirkungen auf die Zinspolitik der brasilianischen Zentralbank

Bereits zuvor hatte das Arbeitsministerium auf Basis des CAGED-Registers berichtet, dass allein im Monat August netto 232.513 formelle Stellen geschaffen wurden. In den ersten acht Monaten des Jahres 2024 entstanden damit insgesamt 1,72 Millionen neue reguläre Arbeitsplätze.

Für die brasilianische Zentralbank (BCB) bedeutet der angespannte Arbeitsmarkt jedoch anhaltenden Inflationsdruck im Dienstleistungssektor. Nachdem die Währungshüter ihre BIP-Wachstumsprognose für 2024 jüngst auf 3,2 % angehoben und den Leitzins Selic um 25 Basispunkte auf 10,75 % erhöht hatten, sehen Ökonomen in den starken Lohndaten eine Bestätigung für weitere Zinsschritte.

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