Der multinationale Autokonzern Stellantis hat am 24. September 2026 offiziell bestätigt, dass der Verwaltungsrat unter Vorsitz von John Elkann die strukturierte Suche nach einem Nachfolger für Vorstandschef Carlos Tavares eingeleitet hat. Zwar schloss das Unternehmen eine Vertragsverlängerung vor Ablauf seines Fünfjahresvertrags Anfang 2026 nicht völlig aus, doch der Schritt markiert eine deutliche Zäsur für den transatlantischen Automobilriesen.

Die Weichenstellung erfolgt in einer schwierigen Phase für die Muttergesellschaft von Marken wie Jeep, Ram, Dodge, Chrysler, Peugeot, Opel und Fiat. Nachdem Tavares nach der Fusion von PSA und FCA im Jahr 2021 jahrelang als kompromissloser Sanierer gefeiert wurde, geriet er nach einem Gewinneinbruch von 48 Prozent im ersten Halbjahr unter schweren Druck von Investoren.

Nachfolgediskussion nach herben Rückschlägen auf dem US-Markt

Vor allem Nordamerika, jahrelang der verlässliche Ertragsbringer des Konzerns, rutschte tief in die Krise. Zu hohe Neuwagenpreise und verfehlte Modellstrategien führten zu einem beispiellosen Stau unverkaufter Pick-ups und SUVs auf den Höfen der US-Händler, was zu offenen Protestbriefen der US-Händlerverbände führte.

Parallel dazu eskalierte der Konflikt mit den Gewerkschaften. Der Präsident der United Auto Workers (UAW), Shawn Fain, warf Stellantis vor, getroffene Tarifvereinbarungen von 2023 zu brechen und die Wiederinbetriebnahme des Werks in Belvidere (Illinois) zu verschleppen, weshalb erste Urabstimmungen über Arbeitsniederlegungen laufen.

“Es entspricht einer normalen und umsichtigen Unternehmensführung, die Nachfolgeplanung für ein Unternehmen unserer Größenordnung vorzubereiten, da der Vertrag von Carlos Tavares seine fünfjährige Laufzeit erreicht.”

Aufstand der US-Händler, UAW-Streikdrohungen und E-Auto-Flaute

Auf dem europäischen Heimatmarkt bereiten zudem die schwächelnde Nachfrage nach reinen Elektroautos sowie der harte Preisdruck durch chinesische Konkurrenten Sorgen mit Blick auf die verschärften Flottengrenzwerte für 2025.

Ein Sonderausschuss des Verwaltungsrats sondiert derzeit interne Topmanager sowie externe Führungspersönlichkeiten aus der internationalen Autobranche, um bis Ende 2025 eine geordnete Übergabe zu gewährleisten.

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