Die jährliche Verbraucherpreisinflation in Südkorea hat sich im September spürbar auf 1,6% abgeschwächt und liegt damit erstmals seit 42 Monaten unter dem mittelfristigen Zielwert der Bank of Korea von 2,0%. Nach Angaben der Statistikbehörde Statistics Korea ging der Anstieg der Verbraucherpreise gegenüber der Vorjahresrate von 2,0% im August zurück und markierte den tiefsten Stand seit März 2021.
Ausschlaggebend für die deutliche Entspannung war ein Rückgang der Preise für Erdölprodukte um 7,4%, der den nachgebenden Notierungen an den internationalen Rohölmärkten folgte. Während frische Nahrungsmittel nach sommerlichen Hitzewellen noch ein höheres Preisniveau aufwiesen, beruhigte sich der Kostendruck bei Industriegütern und Dienstleistungen zusehends.
Günstigere Energiekosten drücken Teuerungsrate unter Zielwert
Die Kerninflation, die schwankungsanfällige Posten wie frische Lebensmittel und Energie ausblendet, belief sich im September im Jahresvergleich auf 2,0%, nach 2,1% im Vormonat. Dieser kontinuierliche Rückgang signalisiert, dass der zugrunde liegende Teuerungsdruck in der viertgrößten Volkswirtschaft Asiens wieder ein solides Gleichgewicht erreicht hat.
Die Veröffentlichung der Daten fällt in eine Phase, in der Forderungen nach einer Lockerung der monetären Zügel lauter werden. Der Leitzins der Bank of Korea verharrt seit Januar 2023 auf einem restriktiven Niveau von 3,50%, was die Zinslast hoch verschuldeter Privathaushalte vergrößert und die Binnennachfrage hemmt.
“Price stability has firmly taken root across the headline consumer basket, with easing global energy prices bringing headline inflation comfortably below our two percent medium-term policy objective.” — Ministerium für Wirtschaft und Finanzen Südkoreas
Wachsende Erwartungen an geldpolitische Wende der Zentralbank
An den Finanzmärkten und unter Volkswirten wird fest damit gerechnet, dass die Notenbank bei ihrer anstehenden Zinssitzung im Oktober den Einstieg in eine Serie von Zinssenkungen beschließen wird. Günstigere Finanzierungskonditionen gelten als essenziell, um Gewerbetreibende zu entlasten und den privaten Konsum anzukurbeln.
Gleichwohl hatte Notenbankchef Rhee Chang-yong darauf verwiesen, dass geldpolitische Schritte sorgfältig gegen die Entwicklung der Immobilienkredite im Großraum Seoul abgewogen werden müssen. Da die Regierung jüngst die Kreditvergaberegeln verschärft hat, scheint der Weg für eine erste Zinssenkung um 25 Basispunkte frei zu sein.
Frequently Asked Questions
Warum fiel die Inflation in Südkorea im September auf 1,6 Prozent?
Der Rückgang wurde vor allem durch einen Preisnachlass von 7,4 Prozent bei Erdölprodukten und stabilere Dienstleistungspreise bewirkt.
Wann wird die Bank of Korea die Zinsen voraussichtlich senken?
Volkswirte erwarten, dass die Notenbank ihren Leitzins von derzeit 3,50 Prozent bereits im Oktober um 25 Basispunkte senken wird.





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