Südkorea und die Tschechische Republik haben am 22. September 2026 bei einem bilateralen Gipfeltreffen in Prag eine historische Kernenergie- und Industriepartnerschaft im Volumen von 18 Milliarden US-Dollar besiegelt. Die Vereinbarungen bestätigen Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP) verbindlich als Generalunternehmer für den Bau von zwei modernen Druckwasserreaktoren des Typs APR1000 am Standort Dukovany.

Die feierliche Unterzeichnung folgt monatelangen Detailverhandlungen, nachdem Prag dem südkoreanischen Konsortium—bestehend aus Doosan Enerbility, Daewoo E&C und Kepco E&C—den Vorzug vor dem französischen Staatskonzern EDF gegeben hatte. Die beiden Einheiten mit je 1.000 Megawatt elektrischer Leistung markieren das größte öffentliche Beschaffungsprojekt in der Geschichte des Landes.

APR1000-Technologie von KHNP sichert tschechische Dekarbonisierung

Vertraglich wurde vereinbart, dass tschechische Zulieferer und Ingenieurdienstleister eine Wertschöpfungsquote von mindestens 60 % übernehmen. Ministerpräsident Petr Fiala unterstrich, dass die enge Einbindung etablierter heimischer Betriebe wie Skoda JS hochqualifizierte Arbeitsplätze sichert und den eigenständigen Betrieb über die 60-jährige Laufzeit gewährleistet.

Die Bauarbeiten an Block 1 sollen 2029 beginnen, die kommerzielle Inbetriebnahme ist für 2036 avisiert. Das Großprojekt wird alte Kohlekraftwerke sowie Reaktoren aus sowjetischer Zeit ersetzen und Tschechiens Ziel der Klimaneutralität bei gleichzeitig verlässlichen Strompreisen absichern.

“Diese Partnerschaft geht weit über den Bau von Reaktorblöcken hinaus: Sie begründet eine langfristige industrielle Allianz zwischen Prag und Seoul für Europas Energiesouveränität.”

Strategische Industrieallianz von Mikrochips bis zum Hochgeschwindigkeitsverkehr

Über die Nukleartechnik hinaus unterzeichneten beide Delegationen 26 Absichtserklärungen zur Zusammenarbeit in Zukunftstechnologien, darunter gemeinsame Halbleiterforschung, Batterierecycling für Elektrofahrzeuge, Robotik sowie die Planung des künftigen tschechischen Hochgeschwindigkeitsbahnnetzes von Prag nach Brünn und Wien.

Branchenbeobachter werten den Vertrag als Beweis dafür, dass Südkoreas Atomindustrie im weltweiten Vergleich durch Verlässlichkeit bei Budgets und Bauzeiten hervorsticht. Für Seoul gilt der Prager Erfolg als wichtiges Referenzprojekt im Wettbewerb um künftige Reaktorausschreibungen in Polen, den Niederlanden und Schweden.

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