Der portugiesische Premierminister Luís Montenegro hat am Dienstag nach einer Sondersitzung des Ministerrats ein umfangreiches Soforthilfepaket im Umfang von 500 Millionen Euro für die vom verheerenden Spätsommer-Feuersturm verwüsteten Regionen des Landes vorgestellt.

In seiner Ansprache im Regierungssitz Palácio de São Bento in Lissabon versicherte Montenegro, dass die Mittel unbürokratisch und rasch an obdachlos gewordene Bürger, Landwirte und Gewerbetreibende ausgezahlt werden sollen.

Soforthilfen und vollständige Kostenübernahme beim Hausbau

Die Flammen hatten in den Distrikten Aveiro, Viseu, Coimbra und Porto mehr als 120.000 Hektar Wald- und Agrarland vernichtet, mehrere Menschenleben gefordert – darunter mutige freiwillige Feuerwehrleute – und Dutzende Wohnhäuser sowie Fabriken eingeäschert.

Das beschlossene Hilfsprogramm sieht vor, dass die Neuerrichtung vollständig zerstörter Erstwohnsitze zu bis zu 100 Prozent aus Staatsmitteln finanziert wird, ergänzt durch Überbrückungsgelder für Mietunterkünfte und Haushaltsgüter.

“Wir können die tragisch verlorenen Menschenleben nicht zurückbringen, aber der Staat lässt niemanden allein. Dieses 500-Millionen-Euro-Paket garantiert den Wiederaufbau jedes Hauses und die Wiedereröffnung betroffener Betriebe.”

Waldbauliche Neuausrichtung gegen leicht entflammbaren Eukalyptus

Für betroffene Unternehmen, forstwirtschaftliche Kooperativen und Handwerksbetriebe stellt die Regierung zinsgünstige Überbrückungskredite und Steuerstundungen bereit, um Entlassungswellen in den ländlichen Gebieten zu verhindern.

Darüber hinaus kündigte Montenegro eine tiefgreifende Forstwirtschaftsreform an: Eine neue Expertenkommission soll die schrittweise Rodung hochentzündlicher Eukalyptusmonokulturen anordnen und stattdessen Schutzstreifen aus heimischen Eichen und Kastanienbäumen anlegen.

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