Die US-Bundesanwaltschaft für den südlichen Bezirk von New York hat am Donnerstag eine 57-seitige Anklageschrift gegen den amtierenden New Yorker Bürgermeister Eric Adams veröffentlicht. Dem demokratischen Stadtoberhaupt werden fünf schwerwiegende Straftaten zur Last gelegt, darunter Bestechlichkeit, Betrug und die illegale Annahme ausländischer Wahlkampfspenden.
Damit ist Adams der erste amtierende Bürgermeister in der modernen Geschichte der Millionenmetropole, der auf Bundesebene strafrechtlich belangt wird. Den Ermittlungen zufolge soll Adams bereits ab 2014 in seiner Funktion als Bezirkspräsident von Brooklyn und später als Bürgermeister Luxusreisen, Upgrades und Hotelaufenthalte im Wert von über 100.000 Dollar von türkischen Geschäftsleuten angenommen haben.
Luxusreisen und unzulässige Einflussnahme auf Brandschutzprüfer
Im Gegenzug habe Adams städtische Behörden unter Druck gesetzt. Ein zentraler Vorwurf betrifft das 36-stöckige türkische Konsulatsgebäude in Manhattan: Adams soll die New Yorker Feuerwehr gedrängt haben, das Hochhaus rechtzeitig vor einem Staatsbesuch des türkischen Präsidenten ohne reguläre Brandschutzabnahme freizugeben.
Bundesanwalt Damian Williams erläuterte vor dem Gerichtsgebäude in Manhattan, dass Adams Strohmänner eingesetzt habe, um die Herkunft der Spenden zu verschleiern und zusätzlich städtische Wahlkampf-Zuschüsse in sechsstelliger Höhe aus Steuermitteln zu erschleichen.
“This was a multi-year scheme to buy favor with a single New York City official on the rise. Mayor Adams concealed these illicit perks and betrayed the trust of the millions of New Yorkers he took an oath to serve.”
Trotzhaltung im Rathaus und wachsende Rücktrittsforderungen
Vor Journalisten in seiner Residenz Gracie Mansion wies Adams sämtliche Vorwürfe empört zurück. Er plädiere auf nicht schuldig und werde sein Amt keinesfalls niederlegen. Adams stellte das Verfahren als politisch motivierte Vergeltungsmaßnahme der Regierung Biden für seine offene Kritik an der Migrationspolitik dar.
Gouverneurin Kathy Hochul besitzt nach der Staatsverfassung von New York das Recht, den Bürgermeister des Amtes zu entheben. Sie hat bislang jedoch von diesem drastischen Schritt abgesehen, um die juristische Entwicklung abzuwarten. Dennoch steht die größte Stadt der USA vor einer beispiellosen Führungskrise.




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