Die Eurostar Group hat am Dienstag umfassende strategische Pläne präsentiert, um künftig direkte Hochgeschwindigkeitszüge zwischen dem Londoner Bahnhof St Pancras International und wichtigen deutschen Wirtschaftszentren wie Köln, Düsseldorf und Frankfurt am Main anzubieten.

Der grenzüberschreitende Bahnbetreiber, der aus der Fusion von Eurostar und Thalys hervorgegangen ist, hat ein formelles Ausschreibungsverfahren für bis zu 50 neue, mehrsystemfähige Hochgeschwindigkeitszüge eingeleitet. Die Milliardeninvestition soll die älteren e300-Garnituren ersetzen und die Gesamtkapazität der Flotte massiv vergrößern.

Großauftrag für bis zu 50 neue Hochgeschwindigkeitszüge

Bislang müssen Bahnreisende auf der Route von London nach Deutschland im belgischen Bahnhof Brüssel-Midi den Zug wechseln und in einen ICE der Deutschen Bahn oder einen Thalys umsteigen. Ein direkter Zug soll die Fahrzeit zwischen London und Köln auf unter vier Stunden drücken und Kurzstreckenflüge überflüssig machen.

Eurostar strebt an, sein Fahrgastaufkommen in den fünf europäischen Ländern Großbritannien, Frankreich, Belgien, Niederlande und Deutschland bis zum Jahr 2030 von zuletzt 19 Millionen auf 30 Millionen Passagiere pro Jahr zu steigern.

“Die Nachfrage nach schnellem, nahtlosem und klimaschonendem Bahnverkehr in Europa ist enorm. Direkte Zugverbindungen zwischen London und Deutschland eröffnen ein neues Kapitel und sparen enorme Mengen an CO2 ein.”

Ohne Umstieg in Brüssel: Die klimafreundliche Alternative zum Flugzeug

Als größte Hürde für die Umsetzung gilt das britische Grenzregime nach dem Brexit. Da Großbritannien nicht dem Schengen-Raum angehört, müssen auf den deutschen Startbahnhöfen hermetisch abgetrennte Abfertigungsbereiche für simultane Kontrollen durch die britische Border Force und die Bundespolizei errichtet werden.

Das Eurostar-Management bestätigte, dass man in engem Austausch mit der Deutschen Bahn sowie den Landesregierungen in Nordrhein-Westfalen und Hessen stehe, um die baulichen und sicherheitstechnischen Voraussetzungen für den Rhein-Korridor zu schaffen.

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