Die italienische Großbank UniCredit hat durch den Zukauf von Finanzderivaten ihren Zugriff auf die Commerzbank AG auf rund 21 Prozent ausgeweitet und ist damit zum mit Abstand größten Einzelaktionär des zweitgrößten deutschen Geldhauses aufgestiegen.
Damit überholte UniCredit-Chef Andrea Orcel die deutsche Bundesregierung, die nach der Rettung in der Finanzkrise 2008 noch rund 12 Prozent hält, und untermauerte seine Ambitionen für eine grenzüberschreitende Großfusion in Europa.
Andrea Orcels Überraschungscoup mit Finanzderivaten
UniCredit teilte zudem mit, dass bei der Europäischen Zentralbank (EZB) ein Antrag auf aufsichtsrechtliche Genehmigung zur Erhöhung der Stimmrechte auf bis zu 29,9 Prozent eingereicht wurde – knapp unter der Schwelle für ein Pflichtübernahmeangebot.
Die Mailänder Bank argumentiert, dass ein Zusammenschluss von Commerzbank und der Konzerntochter HypoVereinsbank (HVB) einen europäischen Bankenchampion mit über einer Billion Euro Bilanzsumme schaffen würde.
“Unfreundliche Angriffe, feindliche Übernahmen sind nichts, was für Banken gut ist, und deshalb hat sich die Bundesregierung hier auch ganz klar positioniert.”
Politischer Schulterschluss in Berlin und Sorge um den Mittelstand
Bundeskanzler Olaf Scholz wies die Vorgehensweise am Rande der UN-Vollversammlung in New York ungewöhnlich scharf als 'unfreundlichen Angriff' zurück, während das Finanzministerium weitere Verkäufe von Bundesanteilen sofort stoppte.
Auch der Commerzbank-Vorstand um die designierte Chefin Bettina Orlopp sowie die Gewerkschaft ver.di formierten entschlossenen Widerstand und warnten vor dem Abbau von bis zu 10.000 Arbeitsplätzen und Nachteilen für den deutschen Mittelstand.




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