Ein Archäologenteam der Universität Cádiz hat im historischen Zentrum der südspanischen Hafenstadt Cádiz eine unversehrte phönizische Nekropole aus dem siebten Jahrhundert vor Christus freigelegt. Der unberührte Grabkomplex liefert einzigartige Einblicke in den rituellen Totenkult und die Seefahrtsgeschichte der antiken Kolonie Gadir.
Die Gräber wurden im Zuge von Notgrabungen unter dem Fundament eines Wohnhauses aus dem 18. Jahrhundert entdeckt. Sie bestehen aus sorgfältig gesetzten Sandsteinkisten, in denen sich unbeschädigte polychrome Tonurnen mit Leichenbrand und Speisebeigaben befanden.
Unberührte Grabkammern in Westeuropas ältester Stadt
Zu den Grabbeigaben zählen ägyptisierende Bronzeamulette der Göttin Sachmet, kunstvoll gravierte Elfenbeinkämme und Silberschmuck, die das weitreichende Handelsnetz Gadirs über das Mittelmeer bis nach Phönizien dokumentieren.
Wissenschaftler sprechen von einem archäologischen Glücksfall, da das Stadtgebiet von Cádiz seit fast drei Jahrtausenden ununterbrochen besiedelt und überbaut wurde.
“Finding an intact archaic Phoenician funerary complex provides an extraordinary window into the early trade networks and spiritual practices of Gadir.” — Antonio Ruiz, Professor für Urgeschichte und Archäologie an der Universität Cádiz
Handelsbeziehungen und Totenkult der Seefahrernation
Das andalusische Kulturministerium stellte den Fundort umgehend unter gesetzlichen Schutz und plant die dauerhafte Ausstellung der Exponate im Museum von Cádiz.
Mithilfe von Strontiumisotopenanalysen an den Knochenresten untersuchen Forscher nun, ob die Bestatteten aus dem östlichen Mittelmeerraum stammten oder in der Kolonie geboren wurden.
Frequently Asked Questions
Was wurde bei den Ausgrabungen in Cádiz genau entdeckt?
Eine unversehrte phönizische Nekropole aus dem 7. Jh. v. Chr. mit bemalten Ascheurnen, Bronzeschmuck und Elfenbein.
Warum ist dieser Fund von so großer Bedeutung?
Er liefert seltene, unverfälschte Belege für die Kultur und Handelsmacht der phönizischen Gründer von Gadir.





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