Die chinesische Zentralbank People's Bank of China (PBOC) hat am 23. September 2026 den Zinssatz für 14-tägige Reverse-Repurchase-Geschäfte um 10 Basispunkte von 1,95% auf 1,85% gesenkt. Zugleich pumpte die Notenbank über dieses Instrument 74,5 Milliarden Yuan (rund 10,6 Milliarden US-Dollar) in das Bankensystem, ergänzt durch 160,1 Milliarden Yuan über die reguläre 7-Tage-Fazilität zu einem unveränderten Zinssatz von 1,70%.
Die Maßnahme zielt darauf ab, die Liquidität im Finanzsystem vor dem Quartalsabschluss und der einwöchigen Feiertagswoche zum Nationalfeiertag ('Goldene Woche') ab dem 1. Oktober zu sichern. Es war das erste Mal seit Februar, dass die Währungshüter wieder auf das 14-tägige Instrument zurückgriffen, um den Banken Planungssicherheit über die Feiertage zu geben.
Feiertags-Puffer und technische Zinsanpassung im Interbankenmarkt
Ökonomen werten den Schritt primär als technische Harmonisierung, um den Zinsabstand zum 7-tägigen Leitsatz wiederherzustellen, der im Juli gesenkt worden war. Mit einer stabilen Spanne von 15 Basispunkten stärkt die PBOC die Rolle kurzfristiger Offenmarktoperationen als zentrales Leitinstrument gegenüber der mittelfristigen Kreditfazilität (MLF).
Über den rein technischen Charakter hinaus deuten Marktteilnehmer die Zinssenkung als Auftakt für ein umfangreiches Hilfspaket von Regierung und Zentralbank. Angesichts schwächelnden Konsums, anhaltender Turbulenzen im Immobiliensektor und deflationärer Tendenzen steht Peking unter Druck, das offizielle Jahreswachstumsziel von rund 5,0% abzusichern.
“Die Zentralbank hält an einer unterstützenden Geldpolitik fest und nutzt ihre Instrumente flexibel, um reichlich Liquidität im Bankensystem zu gewährleisten und die Finanzierungskosten der Realwirtschaft zu senken.”
Vorbote umfassender Stützungsmaßnahmen für Immobilien und Banken
Zusätzliche Dynamik erhielt die Stimmung durch die Ankündigung einer hochkarätigen Pressekonferenz in Peking, an der Notenbankchef Pan Gongsheng, Finanzaufsichts-Minister Li Yunze und Börsenchef Wu Qing teilnehmen. Erwartet werden eine Senkung des Mindestreservesatzes (RRR) um 50 Basispunkte sowie Zinserleichterungen für bestehende Immobilienkredite.
Die asiatischen Aktienmärkte reagierten mit spürbaren Kursgewinnen. Der Shanghai Composite stieg um 0,44%, während der Hang Seng Index in Hongkong um über 1,2% zulegte. Die Rendite zehnjähriger chinesischer Staatsanleihen sank auf 2,03%, was das Vertrauen der Anleger in bevorstehende staatliche Konjunkturimpulse widerspiegelt.




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