Zur Überwindung der chronischen Wohnungsnot und zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums haben die britische Finanzministerin Rachel Reeves und Vize-Premierministerin Angela Rayner die 'New Towns Taskforce' offiziell eingesetzt. Das Gremium soll Standorte für neue Planstädte ausweisen und bürokratische Hürden abbauen, um in der laufenden Legislaturperiode 1,5 Millionen neue Wohnungen in England zu errichten.
Im Zuge der Reform führt das Bauministerium wieder verbindliche Wohnungsbauziele für Kommunen ein und gibt bisherige Grüngürtelflächen geringer ökologischer Qualität – den sogenannten 'Grey Belt' – für Wohnbauprojekte frei. Damit soll dem jahrzehntelangen Mangel begegnet werden, der Mieten und Immobilienpreise in die Höhe getrieben hat.
Bürokratieabbau im Planungsrecht als Konjunkturmotor
Bei einem Auftritt im Nordwesten Englands stellte Angela Rayner klar, dass jedes Großprojekt mindestens vierzig Prozent geförderten und bezahlbaren Wohnraum bieten muss. Zudem müssen von Beginn an Bahnanschlüsse, Schulen und Arztpraxen mitgeplant werden.
Aus dem Finanzministerium hieß es, die Beschleunigung großer Bau- und Infrastrukturvorhaben bilde das Herzstück der Regierungsstrategie, um das britische Wirtschaftswachstum an die Spitze der G7-Staaten zu führen und privates Investitionskapital zu mobilisieren.
“Der Wiederaufbau Großbritanniens erfordert mutige Planungsreformen, um Jahrzehnte des Wohnungsmangels zu beenden. Unsere Taskforce wird Bauland mobilisieren und Gemeinden stärken.”
Nutzung des 'Grey Belt' und Entstehung moderner Planstädte
Geleitet wird die Taskforce von dem renommierten Stadtentwicklungsexperten Sir Michael Lyons, dem Spitzenvertreter der Bauindustrie und Stadtplaner zur Seite stehen. Eine erste Auswahlliste geeigneter Regionen soll dem Kabinett noch vor Jahresende vorgelegt werden.
Wirtschaftsverbände und die Bauindustrie begrüßten die Initiative als überfälliges Signal, während Umweltschützer auf strenge ökologische Ausgleichsmaßnahmen bei Neubauvorhaben pochten.




Comments (0)
Log in to join the discussion.