Der argentinische Präsident Javier Milei hat am Montagmorgen die traditionsreiche Eröffnungsglocke an der New Yorker Börse (NYSE) geläutet. Vor internationalen Finanziers nutzte er das Parkett der Wall Street, um den radikalen Sparkurs, die Deregulierung und die langfristige Abschaffung aller Devisenbeschränkungen in seinem Heimatland zu bekräftigen.
In Begleitung von Wirtschaftsminister Luis Caputo und weiteren Regierungsvertretern trat der libertäre Politiker vor Händler und Fondsmanager. Er betonte, dass der von seiner Regierung erzielte Haushaltsüberschuss — der erste kontinuierliche Überschuss seit 16 Jahren — kein buchhalterischer Zufall, sondern ein unumstößlicher Grundpfeiler seiner Politik sei.
Werben für die finanzpolitische Schocktherapie in New York
In seiner Ansprache hob Milei hervor, dass durch drastische Kürzungen von Staatsausgaben, die Schließung von Ministerien und den Abbau von Subventionen die monatliche Inflationsrate von 25,5 Prozent im Dezember auf rund 4 Prozent gesenkt werden konnte. Er stellte klar, dass das Ziel eines defizitfreien Budgets unter keinen Umständen zur Disposition stehe.
Auf Fragen von Investoren, wann Argentinien die als 'Cepo' bekannten Devisenkontrollen aufheben werde, reagierte Milei mit Nachdruck. Ein verfrühtes Ende dieser Beschränkungen berge die Gefahr einer erneuten Währungskrise. Die Devisenkontrollen würden erst dann fallen, wenn die monatliche Inflation gegen null tendiere und die Zentralbankbilanz saniert sei.
“Wir werden die Devisenkontrollen nicht überstürzt aufheben, nur um den Märkten zu gefallen. Wir heben sie auf, wenn die Inflation bei null liegt.”
Bedingungen für das Ende der Devisenbeschränkungen
Finanzgrößen wie JPMorgan und BlackRock würdigten die schnelle haushaltspolitische Wende Argentiniens, blicken jedoch mit Vorsicht auf die schwere Rezession im Inland, steigende Armutszahlen und den Widerstand im Kongress in Buenos Aires.
Im Anschluss an den Börsenauftritt traf Milei im Rahmen der UN-Generalversammlung mit Vertretern US-amerikanischer Großkonzerne zusammen. Seine Botschaft an das globale Kapital war eindeutig: Argentinien setze künftig voll auf Privatinitiative statt staatlicher Bevormundung.




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