Portugal hat am Dienstag angesichts einer Serie verheerender Waldbrände im Norden und Zentrum des Landes das Katastrophenschutzverfahren der Europäischen Union (UCPM) aktiviert. Angeheizt von extrem trockenen Ostwinden und Spätsommertemperaturen von über 32 Grad Celsius schlossen sich dutzende Brandherde in den Distrikten Aveiro und Porto zu riesigen Flammenwänden zusammen. Mindestens sieben Menschen verloren ihr Leben, darunter vier freiwillige Feuerwehrleute, während über 120.000 Hektar Wald vernichtet wurden.
Nach Angaben der nationalen Zivilschutzbehörde ANEPC kämpften mehr als 5.000 Einsatzkräfte mit 1.600 Fahrzeugen gegen das Vordringen der Flammen auf Wohnsiedlungen in den Gemeinden Albergaria-a-Velha, Sever do Vouga und Águeda. Dichte Rauchwolken erzwangen die Sperrung der Autobahn A1 zwischen Lissabon und Porto sowie mehrerer Eisenbahnlinien.
Flammeninferno Durch Oststürme und Extreme Dürre
Auf das Hilfeersuchen aus Lissabon reagierte die EU-Kommission umgehend über ihre strategische rescEU-Reserve. Acht amphibische Löschflugzeuge des Typs Canadair CL-415 aus Spanien, Frankreich und Italien wurden entsandt, verstärkt durch zwei Löschflugzeuge aus Marokko.
Wissenschaftler erklärten, dass die Katastrophe durch monatelange extreme Bodentrockenheit begünstigt wurde. Riesige Monokulturen aus schnell brennbaren Eukalyptusbäumen wirkten in Kombination mit den heißen Winden aus dem spanischen Binnenland wie riesige Brandbeschleuniger.
“Wir stehen Waldbränden von außergewöhnlicher Zerstörungskraft gegenüber. Die europäische Solidarität war sofort zur Stelle, und unser oberstes Ziel bleibt die Rettung von Menschenleben.”
Europäische Luftlöschflotte und Ausrufung des Notstands
Ministerpräsident Luís Montenegro reiste in das Krisengebiet von Aveiro und verhängte für die betroffenen Landkreise den Katastrophennotstand. Die Regierung kündigte unbürokratische Nothilfen, zinslose Wiederaufbaukredite und Steuerstundungen für die obdachlos gewordenen Familien an.
Während Spezialflugzeuge tausende Tonnen Löschwasser über unzugänglichen Gebirgszügen abwerfen, leitete die Kriminalpolizei Ermittlungen wegen des Verdachts auf Brandstiftung ein und nahm mehrere Verdächtige fest.




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