Der Vorstandsvorsitzende des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk, Lars Fruergaard Jørgensen, musste sich vor dem Gesundheitsausschuss des US-Senats (HELP) bohrenden Fragen zu den immensen Preisen für Abnehm- und Diabetespräparate stellen.

Ausschussleiter Bernie Sanders rechnete vor, dass Ozempic und Wegovy in den USA mit monatlich rund 969 bzw. 1.349 Dollar zu Buche schlagen, während dieselben Präparate in Deutschland nur 59 Dollar und in Großbritannien 92 Dollar kosten.

Heftige Senatskritik an Enormen Transatlantischen Preisunterschieden

Sanders kritisierte, dass solche Mondpreise die öffentlichen Kassen von Medicare sprengen und unzählige US-Bürger zwingen, lebenswichtige Herz-Kreislauf-Behandlungen aus Kostengründen abzubrechen.

Jørgensen verteidigte das Unternehmen und betonte, dass der dänische Hersteller nach Abzug massiver Rabatte von 70 bis 80 Prozent an die US-Zwischenhändler (Pharmacy Benefit Manager, PBM) nur einen Bruchteil des Listenpreises erhalte.

“Wir wünschen uns bezahlbare Medikamente für alle Patienten. Wenn wir jedoch im US-System den Listenpreis senken, drohen die PBMs damit, unsere Präparate von den Erstattungslisten zu streichen.”

Der Streit um Pharmacy Benefit Manager und Erstattungslisten

Sanders konterte diesen Einwand direkt und legte schriftliche Zusicherungen der drei führenden PBMs (CVS Caremark, Express Scripts, OptumRx) vor, wonach diese Wegovy keineswegs aus den Katalogen verbannen würden, falls die Listenpreise fielen.

Jørgensen zeigte sich gesprächsbereit, forderte den Gesetzgeber jedoch auf, grundlegende Reformen des intransparenten US-Gesundheitsmarkts anzupacken, damit Rabatte direkt den Patienten an der Apothekentheke zugutekommen.

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