Katastrophale Regenfälle zum Ende des Monsuns haben in Zentral- und Ostnepal verheerende Sturzfluten und Erdrutsche ausgelöst, bei denen nach Angaben des nepalesischen Innenministeriums vom Sonntag mindestens 192 Menschen starben und über 30 vermisst werden. Ein 48-stündiger Dauerregen setzte weite Teile des Kathmandu-Tals unter Wasser und kappte sämtliche Fernstraßenverbindungen zur Hauptstadt.
In Kathmandu schwollen die Flüsse Bagmati, Bishnumati und Nakkhu auf historische Höchststände an und durchbrachen Ufermauern und Deiche. Zahlreiche Wohnsiedlungen standen bis zum zweiten Stockwerk unter schlammigem Wasser, sodass Tausende Einwohner auf Dächern ausharren mussten.
Flutwelle des Bagmati setzt Stadtviertel von Kathmandu unter Wasser
Mehr als 20.000 Einsatzkräfte von Armee, bewaffneter Polizei und Hilfsdiensten wurden mobilisiert. Mit Schlauchbooten, Seilzügen und Militärhubschraubern retteten sie über 4.000 Menschen von Dächern und aus eingeschlossenen Fahrzeugen.
Besonders tödlich wütete die Naturkatastrophe an den Bergstraßen. Am Prithvi Highway im Distrikt Dhading wurden mehrere vollbesetzte Busse und Autos von gewaltigen Schlammmassen verschüttet. Dutzende Reisende erstickten in ihren Fahrzeugen.
“Wir haben die Armee, die bewaffnete Polizei und alle Rettungskräfte mobilisiert. Unsere oberste Priorität ist die Rettung der Überlebenden und die Wiedereröffnung der blockierten Transitstrecken.” — Rishi Ram Tiwari, Sprecher des nepalesischen Innenministeriums
Verschüttete Schnellstraßen und verschärfte Klimarisiken im Himalaya
Da Bagger wegen anhaltender Hangrutsche nur langsam vorankommen, droht der Hauptstadt eine ernste Versorgungskrise. Hunderte Tank- und Lebensmittellaster stecken auf Bergstraßen fest, was zu Engpässen bei Treibstoff und Nahrungsmitteln führt.
Meteorologen registrierten Niederschlagsmengen von über 240 Millimetern binnen 24 Stunden – ein historischer Rekordwert. Experten verweisen darauf, dass die unkontrollierte Bebauung von Überschwemmungsgebieten und die durch den Klimawandel verstärkten Regenfälle die Katastrophe verschärft haben.
Frequently Asked Questions
Was war der Auslöser der Flutkatastrophe in Nepal?
Extreme Monsunregenfälle mit über 240 mm Niederschlag in 24 Stunden führten zu Hangrutschungen und Flussüberschwemmungen.
Wie hoch ist die Zahl der Opfer?
Bislang wurden mindestens 192 Tote und Dutzende Vermisste gemeldet; mehr als 4.000 Menschen konnten gerettet werden.





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