Die Talfahrt der deutschen Industrie hat sich im September mit beunruhigender Geschwindigkeit beschleunigt. Wie aus den am Mittwoch veröffentlichten vorläufigen Daten von S&P Global hervorgeht, fiel der HCOB-Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe von 42,4 Zählern im August auf 40,3 Punkte. Der Indikator markiert damit den tiefsten Stand seit einem Jahr und verharrt tief im kontraktiven Bereich.

Die jüngsten Daten ersticken die Hoffnungen auf eine baldige Erholung im Keim. Die Auftragsbestände der Unternehmen schmolzen so rasant ab wie seit zehn Monaten nicht mehr. Besonders schwere Einbußen verzeichneten die Schlüsselbranchen Automobilbau, Maschinenbau sowie die energieintensive Chemieindustrie.

Auftragseinbruch erfasst die industriellen Kernsektoren

Der Rückgang der Neuaufträge aus dem Ausland beschleunigte sich spürbar. Die befragten Industriebetriebe führten dies auf die anhaltende Konsumflaute in China, Zurückhaltung bei Investoren in den Vereinigten Staaten sowie auf stockende Investitionsentscheidungen im gesamten Euroraum zurück.

Die anhaltende Nachfrageschwäche schlägt inzwischen mit voller Wucht auf den Arbeitsmarkt durch. Der Beschäftigungsabbau in den Fabriken erreichte den stärksten monatlichen Rückgang seit dem Höhepunkt der Pandemie im Frühjahr 2020. Zahlreiche Betriebe verhängten Einstellungsstopps oder kündigten Frühverrentungen an.

“Der Abschwung in der deutschen Industrie hat sich dramatisch vertieft. Angesichts der abstürzenden Produktion ist eine technische Rezession für das Gesamtjahr 2024 kaum noch abzuwenden.”

Strukturelle Belastungen und wachsende Deindustrialisierungssorgen

Die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate drehten erstmals seit Jahresbeginn wieder in den negativen Bereich. Als Ursachen nannten die Industriechefs den verschärften Wettbewerb durch subventionierte chinesische Elektroautos, hohe Strompreise im Vergleich zu Übersee und bürokratische Überregulierung.

Die alarmierenden Konjunkturdaten erhöhen den politischen Handlungsdruck auf die Bundesregierung von Bundeskanzler Olaf Scholz massiv. Wirtschaftsverbände wie der BDI und der VDA forderten erneut entschlossene Reformen, spürbare Entlastungen bei den Energiekosten sowie Steuersenkungen zur Sicherung des Industriestandorts.

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