Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat die abschließenden Startvorbereitungen und elektrischen Funktionstests für ihre Vorzeige-Verteidigungssonde Hera auf der Cape Canaveral Space Force Station in Florida erfolgreich abgeschlossen. Die Tiefraumsonde wurde vollständig mit Hydrazin-Treibstoff betankt und für die Montage in der Nutzlastverkleidung einer SpaceX Falcon 9 freigegeben.
Hera ist Europas wesentlicher Beitrag zu den internationalen Bemühungen zur planetaren Verteidigung gegen potenzielle Asteroideneinschläge auf der Erde. Das Ziel der Mission ist das erdnahe Doppelasteroidensystem, bestehend aus dem 780 Meter großen Hauptkörper Didymos und seinem 150 Meter durchmessenden Begleiter Dimorphos, das Hera Ende 2026 erreichen wird.
Forensische Untersuchung von Dimorphos nach dem Kinetischen NASA-Einschlag
Die Sonde wird eine detaillierte Nachuntersuchung an Dimorphos durchführen, auf dem im September 2022 der kinetische Impaktor der NASA-Mission DART gezielt eingeschlagen war. Erdgebundene Teleskope wiesen damals nach, dass sich die Umlaufzeit des Mondes um 32 Minuten verkürzte. Die exakte Beschaffenheit des Einschlagkraters und die inneren Verformungen blieben bislang jedoch unbekannt.
Ausgestattet mit hochauflösenden Kameras, Infrarot-Instrumenten und einem Laser-Altimeter wird Hera die entstandene Einschlagsnarbe millimetergenau vermessen, die Menge des ausgeworfenen Gesteins quantifizieren und die Masse sowie das Schwerefeld von Dimorphos präzise ermitteln.
“Hera ist Europas Beitrag zu einer internationalen Anstrengung zur Verteidigung unseres Planeten. Indem wir die kinetische Ablenkung von einem Experiment zu einer verstandenen und wiederholbaren Schutztechnik machen, wappnen wir die Menschheit gegen kosmische Bedrohungen.”
CubeSat-Einsatz und Radar-Tomographie des Asteroideninneren
Als Meilenstein der interplanetaren Raumfahrt wird Hera vor Ort zwei schuhkartongroße CubeSats absetzen. Der Minisatellit 'Juventas' führt ein Niederfrequenzradar mit, um erstmals eine Radartomographie des Asteroideninneren durchzuführen, während 'Milani' die mineralische Zusammensetzung und Staubpartikel analysiert, bevor er auf der Oberfläche aufsetzt.
Wissenschaftler betonen, dass verlässliche Schutzkonzepte gegen Asteroiden genaue Daten darüber erfordern, wie sogenannte Trümmerhaufen-Asteroiden (Rubble Piles) Bewegungsenergie aufnehmen. Heras Messungen werden das physikalische Fundament für künftige erdnahe Abwehrmaßnahmen legen.




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