Mehr als 3.000 Städte und Gemeinden in 45 Ländern haben heute die Europäische Mobilitätswoche 2026 gestartet. Zum 25-jährigen Jubiläum der EU-Kampagne dreht sich alles um das Leitthema 'Shared Public Space' (Gemeinsamer öffentlicher Raum): Verkehrsflächen sollen von parkenden und fahrenden Autos zurückgeholt und für Menschen und Begrünung nutzbar gemacht werden.

Von Berlin über Paris bis Madrid weihen Kommunalpolitiker dauerhafte Verbesserungen ein: breitere Gehwege, geschützte Radverkehrsanlagen und verkehrsberuhigte Schulstraßen.

Straßenraum für Menschen statt Stehzeuge

Studien des Städtenetzwerks Eurocities belegen, dass private Pkw rund 95 Prozent der Zeit ungenutzt auf Straßenflächen parken und dabei bis zu 50 Prozent des Straßenraums beanspruchen. Die Kampagne 2026 fordert Kommunen auf, diese Flächen in schattige Alleen und Fußgängerzonen umzuwandeln.

Leuchtturmprojekte der Europäischen Mobilitätswoche 2026
Metropole Leuchtturmprojekt Kommunale Investition Bürgernutzen
Paris, Frankreich Autofreie Schulstraßen (Rues aux Écoles) 45-Millionen-Euro-Fonds Dauerhaft verkehrsberuhigtes Umfeld für 200 Grundschulen
Wien, Österreich Klimaresistente Tram-Grünachsen 15 neue baumbestandene Alleen Hitzeinselschutz an über 40 Haltestellen
Brüssel, Belgien 1-Euro-Wochenendticket für ÖPNV Subventionierter Sondertarif Unbegrenzte Fahrten mit Metro, Tram und Bus
Madrid, Spanien Micro-Hubs für Lastenrad-Logistik 30 urbane Logistikdepots Emissionsfreie Paketzustellung auf der letzten Meile

Gesundheitsgewinn durch Bewegung im Alltag

Gesundheitsexperten betonen, dass das Ersetzen kurzer Autofahrten durch Gehen oder Radfahren Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt und die Feinstaubbelastung in Wohnvierteln sofort spürbar senkt. Die ganze Woche über finden Fahrradkorsos und Stadtläufe statt.

“Die Straßen gehören allen Bürgerinnen und Bürgern. Wenn wir den öffentlichen Raum gerecht teilen, schaffen wir lebenswertere, gesündere und sicherere Städte.”

Die Aktionswoche gipfelt am 22. September im traditionellen 'Autofreien Tag', an dem mehr als 1.500 Altstädte ausschließlich für Fußgänger und Radler geöffnet bleiben.

Sources