Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat dem Fußball-Weltverband FIFA eine fundamentale juristische Niederlage beigebracht und entschieden, dass maßgebliche Bestimmungen des FIFA-Transferreglements gegen EU-Recht verstoßen.

In dem wegweisenden Urteil zur Rechtssache C-650/22 (FIFA gegen Lassana Diarra) stellten die Luxemburger Richter fest, dass die bisherigen Bestimmungen bei einseitigen Vertragsauflösungen die Freizügigkeit und den freien Wettbewerb unzulässig beschränken.

Luxemburger Richter kippen unverhältnismäßige Strafen und Vereinshaftung

Bislang drohten Spielern, die ihren Kontrakt ohne triftigen Grund auflösten, massive Entschädigungszahlungen, während der aufnehmende neue Verein gesamtschuldnerisch haftbar gemacht und der internationale Freigabeschein verweigert wurde.

Der Gerichtshof befand, dass diese kollektiven Strafmaßnahmen unvereinbar mit dem EU-Recht sind, da sie erhebliche finanzielle Risiken schaffen und Vereine daran hindern, vertraglose Profis zu verpflichten.

“Die fraglichen Regeln behindern die Freizügigkeit von Berufsfußballern, die ihre Erwerbstätigkeit bei einem neuen Verein ausüben wollen, indem sie ihnen erhebliche rechtliche, finanzielle und sportliche Risiken aufbürden.” — Europäischer Gerichtshof (EuGH)

Ein zweiter Bosman-Moment revolutioniert den internationalen Spielermarkt

Die weltweite Spielergewerkschaft FIFPRO begrüßte die Entscheidung als epochalen Sieg für die Arbeitnehmerrechte von Fußballern und zog direkte Parallelen zum bahnbrechenden Bosman-Urteil aus dem Jahr 1995.

Während die FIFA ankündigte, die Urteilsbegründung eingehend zu prüfen, gehen Rechtsexperten davon aus, dass der Verband sein gesamtes Transfersystem grundlegend reformieren muss, um Konformität mit europäischem Recht herzustellen.

Frequently Asked Questions

Was hat der Europäische Gerichtshof zu den FIFA-Transferregeln entschieden?

Der EuGH stellte fest, dass die FIFA-Regeln zur Vertragsbeendigung und Vereinshaftung die Freizügigkeit und das Wettbewerbsrecht der EU verletzen.

Warum wird der Fall Diarra mit dem Bosman-Urteil von 1995 verglichen?

Weil beide Urteile unrechtmäßige Barrieren beseitigen und Spielern weitreichende Rechte sowie Mobilität auf dem europäischen Arbeitsmarkt einräumen.

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