Die Zentralbank von Mexiko (Banco de México, Banxico) hat ihren Leitzins am Donnerstag um 25 Basispunkte auf 10,50 Prozent gesenkt. Dies stellt die zweite Zinssenkung in Folge und den dritten Zinsschritt im laufenden Jahr 2024 dar. In einer geteilten 4:1-Entscheidung stellte der fünfköpfige Gouverneursrat fest, dass sich das Inflationsumfeld im Land aufgehellt habe, was eine vorsichtige Anpassung des Zinsniveaus erlaube.
Für die Lockerung stimmten Zentralbankchefin Victoria Rodríguez Ceja sowie die Vize-Gouverneure Galia Borja, Irene Espinosa und Omar Mejía. Vize-Gouverneur Jonathan Heath votierte als einziger Dissident dafür, den Leitzins unverändert bei 10,75 Prozent zu belassen, solange die Teuerung im Dienstleistungssektor noch zäh auf hohem Niveau verharrt.
Kalibrierte Zinssenkung folgt auf Fed-Entscheid und Entlastung bei Agrarpreisen
Den Ausschlag für den Schritt gab der jüngste Bericht des Statistikamtes INEGI. Demnach sank die jährliche Gesamtinflation in der ersten Septemberhälfte auf 4,66 Prozent, nachdem ein Preissprung bei Agrarerzeugnissen im Sommer für Unruhe gesorgt hatte. Die bereinigte Kerninflation, die volatile Energie- und Lebensmittelpreise ausblendet, sank die 20. zweiwöchige Periode in Folge auf nunmehr 3,95 Prozent.
Zudem profitierte Banxico von der Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve, die ihren Leitzins in der Vorwoche um 50 Basispunkte gesenkt hatte. Durch den parallelen Schritt hielten die mexikanischen Währungshüter den Zinsabstand zu den USA bei komfortablen 550 Basispunkten, was spekulative Kapitalabflüsse verhinderte und den mexikanischen Peso stützte.
“Der Rat ist der Ansicht, dass sich das Inflationsumfeld verbessert hat, was kalibrierte Anpassungen der geldpolitischen Haltung ermöglicht, während die Geldpolitik im restriktiven Bereich verbleibt.”
Geldpolitische Wachsamkeit trotz politischer Transition und Währungsschwankungen
Der mexikanische Peso reagierte gelassen und notierte mit rund 19,60 Peso je US-Dollar stabil. Die Devisenmärkte hatten in den Vorwochen unter Nervosität gelitten, da umstrittene Justizreformen der scheidenden Regierung von Andrés Manuel López Obrador und die bevorstehende Amtsübernahme der gewählten Präsidentin Claudia Sheinbaum für Unruhe sorgten.
Für die kommenden Monate stellte Banxico weitere maßvolle Zinssenkungen in Aussicht, sofern sich der Abwärtstrend bei den Verbraucherpreisen fortsetzt. Marktökonomen erwarten mehrheitlich, dass die Zentralbank im November eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte auf 10,25 Prozent vornehmen wird.




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