UN-Generalsekretär António Guterres hat am Dienstag zur Eröffnung der UN-Generaldebatte in New York eine dramatische Warnung ausgesprochen: Die eskalierenden militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah hätten den Libanon an den Rand eines umfassenden Flächenbrandes gebracht.

Vor Vertretern aus 193 Staaten betonte Guterres, dass die internationale Gemeinschaft eine unkontrollierte regionale Ausweitung des Krieges nicht hinnehmen dürfe. Er mahnte eindringlich, dass der Libanon unter keinen Umständen das Schicksal des Gazastreifens teilen dürfe.

Heftige Bombardements erzwingen Massenflucht im Süden des Libanon

Die Warnung des UN-Chefs erfolgte vor dem Hintergrund der schwersten Luftangriffswelle auf den Libanon seit fast zwei Jahrzehnten. Israelische Kampfflugzeuge attackierten Hunderte Ziele im Süden, im Bekaa-Tal und in Vororten von Beirut, wobei innerhalb von 48 Stunden über 500 Menschen getötet wurden.

Die Hisbollah reagierte mit dem Abschuss schwerer Raketensalven und Drohnen auf Militärstützpunkte und Industrieanlagen im Norden Israels, wodurch Hunderttausende Menschen in Haifa und Galiläa Schutzräume aufsuchen mussten.

“Der Libanon steht am Abgrund. Die Menschen im Libanon, in Israel und auf der ganzen Welt können es sich nicht leisten, dass der Libanon zu einem zweiten Gaza wird.”

Diplomatische Bemühungen und die Durchsetzung der Resolution 1701

Die UN-Friedensmission UNIFIL, die entlang der Blauen Linie stationiert ist, äußerte tiefe Besorgnis um die Sicherheit ihrer Blauhelmsoldaten und wies auf die dramatische Lage bei der Evakuierung von Zivilisten in Städten wie Tyros und Nabatiye hin.

Guterres forderte eine sofortige Feuerpause und verlangte von beiden Konfliktparteien die bedingungslose Rückkehr zur Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrats, die den Rückzug nichtstaatlicher Milizen nördlich des Litani-Flusses und die Stationierung der libanesischen Armee vorschreibt.

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