Die US-Fluggesellschaft Southwest Airlines bricht mit ihrem markantesten Markenzeichen: Auf dem Investorentag in Dallas verkündete Konzernchef Bob Jordan am Donnerstag das offizielle Aus für die seit 53 Jahren praktizierte freie Sitzplatzwahl. Mit einem mehrjährigen Umbauprogramm will die traditionsreiche Fluglinie den Passagierkomfort modernisieren und neue Erlösquellen erschließen.
Gemäß dem Zeitplan wird Southwest im zweiten Halbjahr 2025 mit dem Verkauf fester Sitzplatzreservierungen beginnen; der reguläre Flugbetrieb mit zugewiesenen Plätzen soll Anfang 2026 starten. Dabei baut die Airline ihre gesamte Boeing-737-Flotte um: Rund ein Drittel der Kabinenplätze wird künftig als Premium-Sitzplatz mit bis zu 12 Zentimetern zusätzlicher Beinfreiheit angeboten.
Ende des Open-Seating und Einführung lukrativer Premium-Sitze
Jordan führte Umfragedaten an, wonach 80 Prozent der Stammkunden und 86 Prozent potenzieller Neukunden feste Sitzplätze bevorzugen. Das bisherige Gedränge beim Einsteigen und die Unsicherheit, ob Familien zusammensitzen können, hatten in den vergangenen Jahren vermehrt Passagiere zu Rivalen wie Delta und United abwandern lassen.
Flankierend zum Produktumbau autorisierte das Board of Directors ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 2,5 Milliarden Dollar. Mit der milliardenschweren Kapitalrückführung reagiert das Management auf den massiven Druck des aktivistischen Hedgefonds Elliott Investment Management, der sich mit 11 Prozent eingekauft hat und Jordans Ablösung fordert.
“We are transforming Southwest Airlines to meet modern customer expectations while unlocking billions in new revenue potential and driving sustainable shareholder return.”
Finanzielle Abwehrschlacht gegen den Hedgefonds Elliott Management
Southwest rechnet vor, dass Premium-Sitzplätze, Gebühren für Zusatzleistungen und internationale Partnerschaften wie mit Icelandair bis 2027 zusätzliche operative Gewinne (EBIT) von über vier Milliarden Dollar einspielen und die Eigenkapitalrendite signifikant steigern werden.
Elliott reagierte zurückhaltend auf die Pläne und bekräftigte die Forderung nach einer außerordentlichen Aktionärsversammlung zur Neubesetzung des Verwaltungsrats. An der Wall Street kamen die Neuerungen jedoch gut an: Die Southwest-Aktie legte im New Yorker Handel um mehr als vier Prozent zu.




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