Japans regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) ist am 22. September 2026 in die entscheidende Phase ihres parteiinternen Wahlkampfs eingetreten. In Tokio stritten die Spitzenkandidaten leidenschaftlich über Konjunkturpolitik, Sicherheit und Parteireformen, um die Weichen für die Führung der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt zu stellen.
Nach dem Verzicht von Premierminister Fumio Kishida bewerben sich insgesamt neun Kandidaten um den Parteivorsitz. Umfragen unter den LDP-Parlamentariern und der Parteibasis deuten auf ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Ex-Verteidigungsminister Shigeru Ishiba, Wirtschaftsministerin Sanae Takaichi und Ex-Umweltminister Shinjiro Koizumi hin.
Wirtschaftsstreit: Zinserhöhungen versus Fortführung von Abenomics
Die geld- und fiskalpolitische Ausrichtung bildete den zentralen Konfliktpunkt. Sanae Takaichi plädierte für expansive Staatsausgaben und warnte die Bank of Japan vor verfrühten Zinsanhebungen, welche die Investitionstätigkeit abwürgen könnten, ganz im Sinne der früheren 'Abenomics'.
Shigeru Ishiba hingegen verteidigte den Kurs einer schrittweisen Zinsnormalisierung. Eine allzu schwache Landeswährung Yen treibe die Importkosten für Energie und Lebensmittel in die Höhe. Er forderte steuerliche Förderungen für den ländlichen Raum und eine gezielte industrielle Dezentralisierung.
“Die Aufgabe des nächsten Premierministers ist es, das Vertrauen der Bürger in die Politik zurückzugewinnen und Japan aus der jahrzehntelangen Deflation zu führen.”
Vielzahl der Kandidaten macht Stichwahl im zweiten Durchgang unausweichlich
Der 43-jährige Shinjiro Koizumi, der jüngster Nachkriegs-Regierungschef Japans werden könnte, rückte Deregulierungen im Arbeitsmarkt, digitale Verwaltung und die Entlastung junger Familien in den Mittelpunkt. Zudem versprach er strenge Transparenzregeln für Parteispenden.
Im ersten Wahlgang entscheiden 368 Stimmen von Abgeordneten sowie 368 Stimmen der Parteibasis. Da sich die Stimmen auf neun Bewerber verteilen, rechnet kaum ein Beobachter mit einer absoluten Mehrheit, sodass eine Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten die Entscheidung bringen dürfte.




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