Die US-Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission (FTC) hat am Mittwoch eine umfassende Durchsetzungsinitiative mit dem Codenamen 'Operation AI Comply' gestartet. Die Regulierungsbehörde reichte koordinierte Klagen gegen fünf Unternehmen ein, denen vorgeworfen wird, den Hype um Künstliche Intelligenz für irreführende Geschäftspraktiken, gefälschte Kundenbewertungen und betrügerische Verdienstmodelle ausgenutzt zu haben.

Es handelt sich um den bislang breitesten regulatorischen Gegenschlag gegen Akteure, die maschinelles Lernen als Marketingmasche für klassische Täuschungsmanöver zweckentfremden. FTC-Chefin Lina Khan unterstrich, dass moderne Algorithmen keinesfalls von den bestehenden Gesetzen gegen unlauteren Wettbewerb und Konsumententäuschung befreit seien.

Klage gegen Roboter-Anwalt DoNotPay und dubiose E-Commerce-Modelle

Zu den prominentesten Zielscheiben der Behörde gehört das US-Unternehmen DoNotPay, das seinen Dienst öffentlichkeitswirksam als 'weltweit ersten Roboter-Anwalt' anpries. Nach Erkenntnissen der FTC behauptete die Plattform wahrheitswidrig, juristische Verträge verfassen und Strafzettel mit der Kompetenz eines Volljuristen anfechten zu können, lieferte jedoch fehlerhafte und ungetestete Textbausteine.

Ein weiteres Verfahren richtet sich gegen Ascend Ecom. Die Firma soll angehenden Kleinunternehmern hohe Summen für vermeintlich vollautomatisierte, KI-gesteuerte Onlineshops auf Plattformen wie Amazon abgenommen haben, ohne die in Aussicht gestellten passiven Gewinne jemals zu erwirtschaften.

“Using AI tools to trick, deceive, or defraud consumers is illegal. There is no AI exemption from the laws on the books, and the FTC will vigorously hold bad actors accountable.”

Konsequente Durchsetzung von Konsumentenrechten im KI-Zeitalter

Ebenso geht die FTC gegen Anbieter synthetischer Bewertungen vor, die Onlineportale mit maschinell erzeugten Jubelberichten fluteten. Erste Vergleichsvereinbarungen verpflichten die Beklagten zu empfindlichen Geldstrafen, der Erstattung erbeuteter Gelder sowie einem strikten Verbot unbewiesener KI-Werbeaussagen.

Die FTC stellte unmissverständlich klar, dass technologischer Fortschritt kein Freibrief für Verbrauchertäuschung ist. Behördenvertreter kündigten an, KI-Anwendungen auch in Zukunft streng auf Wahrheitsgehalt und Gesetzeskonformität zu durchleuchten.

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