Der britische Minister für Energiesicherheit und Net Zero, Ed Miliband, hat auf dem Jahresparteitag der Labour Party in Liverpool den operativen Fahrplan für das staatliche Energieunternehmen Great British Energy (GB Energy) vorgestellt. Er kündigte an, das Unternehmen werde den schnellsten Ausbau erneuerbarer Energien in der britischen Geschichte anführen.
Ausgestattet mit 8,3 Milliarden Pfund Eigenkapital des Finanzministeriums für die laufende Legislaturperiode wird GB Energy als strategischer Investor, Projektentwickler und Miteigentümer sauberer Energieanlagen agieren. Miliband bestätigte, dass der globale Hauptsitz in der schottischen Hafenstadt Aberdeen angesiedelt wird, um deren maritime Expertise zu nutzen.
Hauptsitz in Aberdeen und Allianz mit The Crown Estate
Kernstück der Initiative ist eine formelle Partnerschaft zwischen GB Energy und The Crown Estate, der Verwalterin des Meeresbodens um England, Wales und Nordirland. Durch gezielte staatliche Ko-Investitionen sollen neue Flächen für 20 bis 30 Gigawatt Offshore-Windkraft vergeben werden – genug Strom für rechnerisch rund 20 Millionen Haushalte.
Neben gewaltigen Windparks auf See kündigte Miliband gezielte Förderprogramme für kommunale Bürgerenergieprojekte, Solaranlagen auf Schulen und Verwaltungsgebäuden sowie Kapitalbeteiligungen an Zukunftstechnologien wie schwimmenden Windparks und grünem Wasserstoff an.
“Great British Energy wird ein Unternehmen in öffentlicher Hand sein, das die Kontrolle über unsere Energiezukunft zurückholt. Wir werden sauberen britischen Strom erzeugen, im Besitz der britischen Bürger und zum Wohle der britischen Bürger.”
Dekarbonisierung des Stromnetzes bis 2030 und Dämpfung der Energiekosten
Oberstes Ziel der Regierung ist es, das britische Stromnetz bis zum Jahr 2030 vollständig auf CO2-freie Quellen umzustellen. Miliband betonte, dass der globale Preisschock infolge des Ukraine-Kriegs gezeigt habe, wie riskant die Abhängigkeit von fossilem Gas für die Haushaltskassen der Bürger sei.
Branchenverbände der erneuerbaren Energien begrüßten die regulatorische Klarheit. Fachleute gaben jedoch zu bedenken, dass das Ziel 2030 enorme Anstrengungen bei der Beseitigung von Netzengpässen sowie bei der Umschulung Tausender Fachkräfte aus der Nordsee-Öl- und Gasindustrie erfordert.




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