Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat am Donnerstag auf seinem Kapitalmarkttag in Ludwigshafen eine fundamentale strategische Neuausrichtung unter dem Titel 'Winning Ways' vorgestellt. Der seit April amtierende Vorstandsvorsitzende Markus Kamieth kündigte an, zwischen 2025 und 2028 mindestens 12 Milliarden Euro über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre auszuschütten, um nach Jahren schwacher Erträge das Vertrauen des Kapitalmarkts zurückzugewinnen.
Kern der neuen Architektur ist eine klare organisatorische Trennung: Während die Kerngeschäfte Chemicals, Materials, Industrial Solutions und Nutrition & Care weiterhin eng in den traditionellen Verbund integriert bleiben, erhalten Standalone-Geschäfte wie Katalysatoren, Batteriematerialien, Beschichtungen und Pflanzenschutz weitgehende unternehmerische Eigenständigkeit.
Umbau des Verbunds: Eigenständige Sparten sollen verborgene Werte heben
Für das Agrargeschäft (Agricultural Solutions) läutete Kamieth offiziell die Vorbereitungen für einen Börsengang ein. Bis 2027 soll die rechtliche und informationstechnische Trennung des Geschäfts abgeschlossen sein, um im Anschluss eine Minderheitsbeteiligung an die Börse zu bringen und den wahren Wert der Sparte für die Eigentümer sichtbar zu machen.
Zudem prüft der Konzern strategische Optionen und Verkäufe für das Geschäft mit Bautenanstrichmitteln in Brasilien und drosselt seine Investitionen. Ab dem Jahr 2026 sollen die Investitionsausgaben (Capex) gedeckelt werden und unterhalb der Abschreibungen liegen, um den freien Barmittelfluss abzusichern.
“Wir stellen BASF auf einen klaren Kurs für profitables Wachstum und disziplinierte Kapitalallokation. Unsere eigenständigen Einheiten erhalten mehr Freiraum, um ihren vollen Wert zu entfalten.”
Fiskalische Disziplin, Agrar-Börsengang und Kostensenkungen am Rhein
Besondere Herausforderungen kommen auf das Stammwerk Ludwigshafen zu, den größten zusammenhängenden Chemiekomplex der Welt. Wegen hoher deutscher Stromkosten und behördlicher Auflagen soll das dortige Sparprogramm verschärft werden: Bis Ende 2026 sollen die jährlichen Kosten um weitere 2,1 Milliarden Euro gesenkt werden, was Stilllegungen unrentabler Altanlagen einschließt.
An der Frankfurter Wertpapierbörse stießen die Ankündigungen auf wohlwollende Aufnahme. Marktbeobachter lobten die klare Zusage einer Mindestdividende von 2,25 Euro je Aktie. Die BASF-Aktie legte im Xetra-Handel nach Veröffentlichung der Strategiedetails spürbar zu.




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